Artspezifische Anpassungen in Tierschutzverordnung gefordert
Tierschutzorganisationen fordern artspezifische Anpassungen in der Tierschutzverordnung. Die aktuellen Vorschriften schützen viele Tierarten unzureichend.
Esel, Maultiere und Maulesel gehören zu den «vergessenen» Tieren in der Schweizer Tierschutzverordnung.
Nationalrätin Anna Giacometti (FDP/GR) fordert nun vom Bundesrat, die gesetzlichen Grundlagen im Rahmen der Revision Tierschutzverordnung anzupassen: Die speziellen Bedürfnisse und die artgerechte Haltungsumgebung von Eseln, Maultieren und Mauleseln sollen in der Tierschutzverordnung endlich berücksichtigt werden.
In der Schweiz leben gemäss Tierstatistik etwa 11 000 Esel, Maultiere und Maulesel. Sie benötigen besondere Haltungsvorschriften: Weil das Fell anders als bei Pferden nicht wasserabweisend ist, sind Esel sehr empfindlich auf kalte Nässe. Esel benötigen deshalb einen permanenten Zugang zu einem Unterstand, unabhängig von der Zeitdauer ihres Aufenthalts im Freien. Esel, Maultiere und Maulesel benötigen energie- und proteinarme aber faserreiche Nahrung. Auf unseren reichhaltigen Weiden können sie durch Grasen ihren Nährstoffbedarf innerhalb von nur ca. zwei Stunden decken. Entsprechend ist der Zugang zur Weide den Jahreszeiten und der Qualität des Graslandes anzupassen und viel alternative Bewegungsmöglichkeiten auf Trockenplätzen mit Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten. Ausserdem ist dem Umstand, dass Esel keine Weide-, sondern ursprünglich Wüstentiere sind, in unseren Klimazonen und Vegetation indem Sinne Rechnung zu tragen, dass regelmässige Gesundheitskontrollen vorzunehmen sind. Unterstände, Trockenplätze und Gesundheitskontrollen sind insbesondere bei der Alpsömmerung eine besondere Herausforderung, was zu tierschutzrelevanten Problematiken führen kann.
Esel sind keine Pferde
Nationalrätin Anna Giacometti (FDP/GR) will nun mit einer Motion den Bundesrat beauftragen, bei der Revision der Tierschutzverordnung die gesetzlichen Grundlagen so anzupassen, dass den speziellen Eigenschaften von Eseln, Maultieren und Mauleseln Rechnung getragen wird: «Ich habe lange Zeit zwei Eselinnen gehalten und kenne ihre besonderen Bedürfnisse. Esel sind keine Pferde, das muss sich endlich in der Gesetzgebung widerspiegeln», sagt Anna Giacometti.
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