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Wildtiere

Afrikas Giraffen: Eine Art wird vier

Eine neue wissenschaftliche Analyse der International Union for Conservation of Nature (IUCN) hat die bisherige Annahme, dass es in Afrika eine einzige Giraffenart gibt, entscheidend verändert. Stattdessen wurden vier eigenständige Giraffenarten identifiziert – jede mit ihrem eigenen Gefährdungsbild und Verbreitungsgebiet.

Redaktion Wild beim Wild · 21. August 2025

Basierend auf Genanalysen und anatomischen Merkmalen wie Schädelform und ossifizierten «Hörnern» – sogenannten Ossicone – wurde die Giraffe in Afrika in folgende Arten unterteilt:

  • Nördliche Giraffe
  • Netz-Giraffe
  • Massai-Giraffe
  • Südliche Giraffe

Diese Differenzierung ist nicht nur ein steuernder Beitrag zur Wissenschaft – sie ist ein Weckruf für den Artenschutz: Jede Art steht vor individuellen Bedrohungen und benötigt massgeschneiderte Schutzmassnahmen.

Bedrohungslage im Überblick

  • Nördliche Giraffe: Mit lediglich rund 7’000 Individuen ist sie die am stärksten gefährdete Art. Ihr Überleben ist durch politische Instabilität, Trophäenjagd und Wilderei, vor allem in Regionen wie der Demokratischen Republik Kongo, Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik, massiv bedroht.
  • Massai-Giraffe: Etwa 44’000 Exemplare verbleiben im Osten Afrikas. Der Verlust ihres Lebensraums durch Umwandlung von Savannen in Weideland für Vieh stellt die grösste Herausforderung dar.
  • Netzgiraffe: Gut 21’000 Exemplare leben noch wild. Ihr markantes Mosaik-Fell mit klaren, weiss umrandeten Flecken macht sie unverkennbar.
  • Südliche Giraffe: Mit rund 69’000 Individuen ist sie die zahlenmässig dominante Art in Afrika – allerdings stellt auch sie keine sichere Zukunftsgarantie dar.

Ursachen für den Umbruch in der Giraffenforschung

Die neue Klassifikation beruht auf Genomanalysen, die über 2’000 Proben aus zwei Jahrzehnten umfasst – eine enorme Forschungsleistung. Fortschritte in der Genomsequenzierung senkten die Kosten von früheren Tausenden Dollar auf etwa 100 Dollar pro Probe, was diese Studie erst möglich machte.

Einheitliche Strategien reichen nicht mehr aus – der neu entdeckte Artenreichtum bedeutet, dass art- und regionalspezifische Schutzprogramme dringlicher denn je sind. Nur so können gezielte Massnahmen ergriffen werden, die den jeweiligen Herausforderungen gerecht werden.

Die Aufteilung der Giraffen in vier Arten stellt einen Meilenstein nicht nur in der zoologischen Systematik, sondern auch im Naturschutz dar. Sie zeigt eindrücklich: Ohne präzise Kenntnis ihrer Biologie und Bedrohungen können wir sie nicht wirksam schützen. Es ist nun an Politik, Forschung und Naturschutzorganisationen, auf dieser Grundlage gezielt zu handeln – bevor es zu spät ist.

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Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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