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Jagd

Appenzell: Hobby-Jäger zelebrieren «Nacht des Fuchses»

In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar fand im Rahmen der Tierquälerei die sogenannte «Nacht des Fuchses» statt, wie der Hegering Appenzeller Mittelland mitteilt.

Redaktion Wild beim Wild — 12. Januar 2022

Dreizehn Hobby-Jäger versuchten in dieser Nacht, Beute zu machen. Am frühen Samstagmorgen kamen sie in Teufen zusammen. Im leichten Schneegestöber wurden die neun erlegten Füchse ausgelegt.

Ein Trio aus Trogen spielte mit seinen Jagdhörnern das Lied Halali. Mit dieser Art der Hege wird das Ziel verfolgt, der gesamten Artenvielfalt einen Lebensraum zu erhalten und die artgerechte Entwicklung und Verbreitung von Fauna und Flora zu ermöglichen, heuchelt der Jagdverband.

18 Studien belegen: Fuchsjagd reguliert nicht

Es gibt seit mehr als 30 Jahren mindestens 18 wildbiologische Studien, die beweisen: Die Fuchsjagd reguliert nicht und taugt auch zur Seuchenbekämpfung zu nichts. Im Gegenteil!

Passjagd: Hinterlistige Tötung in der Notzeit

In der Schweiz findet in verschiedenen Kantonen bis tief in den Winter hinein (Ende Februar) die sogenannte Passjagd statt. Bei diesen hinterlistigen Jagdformen werden Füchse, Dachse, Marder usw. auch in der winterlichen Notzeit mit Futter (Katzen- und Hundefutter, Jagdabfällen, Innereien usw.) angelockt, vertraut gemacht und getäuscht, nur um sie sinnlos und zum Spass töten zu können.

Wildtiere hinterlassen oftmals einen gut sichtbaren Weg, den sogenannten Pass. Davon rührt auch der Ausdruck Passjagd her, in der die Hobby-Jägerschaft das Tier auf seinem Wildwechsel abpasst. Dabei verstecken sich Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger, um verschiedene Wildtiere an den von ihnen präparierten Futterstellen (Luderplatz) zu erschiessen.

Aus Schlafzimmern, Maiensässen und Passhüttchen, ausgestattet mit einem Tarnfensterchen, wird geschossen. Egal, ob es der gesunde Vaterfuchs oder sogar möglicherweise die werdende Mutter ist.

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein «vernünftiger Grund» für das Töten eines Tieres vorliegen. Bei der Hobby-Jagd auf Füchse und Dachse handelt es sich jedoch meist lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys oder barbarischer Tradition. Die Tiere dienen der Hobby-Jägerschaft als lebendige Zielscheibe, denn es besteht weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die massenhafte Bejagung gesunder Beutegreifer.

Für Füchse gibt es keine rechtliche Abschussplanung und Bestandserfassung. Die Hobby-Jagd auf Füchse gleicht einer Kurzschlussökologie für ungenügend ausgebildete Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger.

Das Genfer Modell als Alternative

Da loben wir uns den Kanton Genf mit einem professionellen Wildtiermanagement ohne Hobby-Jägerschaft, aber mit integren Wildhüterinnen und Wildhütern. Am Genfersee gibt es Rebberge und andere Kulturen, wie in der Restschweiz auch. Offenbar haben sie dort aber menschliche und ethische Ansätze im Umgang mit Wildtieren und intelligente Massnahmen, um Kulturen zu schützen. Es werden in Genf keine Füchse, Marder oder Dachse reguliert, nur weil Jagdzeit ist. Dies zeigt sich auch in der eidgenössischen Jagdstatistik. Dafür finden praktische Vergrämungsmassnahmen und sinnvolle Aufklärung und Hilfestellungen sowie Weiterbildung in der Bevölkerung mit den Wildhüterinnen und Wildhütern statt. Sicherheit, Tierschutz und Ethik sind die Devise.

Stoppt das Fuchs- und Dachsmassaker im Kanton Appenzell Ausserrhoden

Insbesondere bei der Hobby-Jägerschaft ist es überaus elementar, dass man ganz genau hinschaut. Nirgendwo wird so viel mit Unwahrheiten, Jägerlatein und Fake News manipuliert.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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