Wilderer im Wallis nach Blutbad verurteilt
Ein 25-jähriger Walliser Hobby-Jäger wird zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er ohne Patent illegal mehrere Wildtiere getötet hat.
Ein junger Hobby-Jäger aus dem Entremont-Tal wird zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er illegal mehrere Wildtiere getötet hat.
12 Monate Freiheitsstrafe
Ein 25-jähriger Walliser ist vom Bezirksgericht Entremont VS wegen illegaler Tötung von Wildtieren zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten und einer Busse von 800 Franken verurteilt worden.
Ohne Patent und schlecht ausgerüstet richteten er und seine Komplizen ein wahres Blutbad unter den Wildtieren an.
Im Dezember 2019 schoss er beispielsweise aus seinem Fahrzeug auf mehrere Hirsche, welche die Strasse überquerten. Er traf einen Sechsender, der zwanzig Minuten später verendete.
In einer Nacht im Februar 2020 erlegte er eine Gemse auf der Hobby-Jagd. Er filmte die Tat und schickte das Material an einen Freund. Im selben Monat schlitzte er mit einem Messer die Kehle eines Hirsches auf, den einer seiner Kameraden geschossen hatte.
Psychiatrische Behandlung angeordnet
Der junge Wilderer wird sich dann einer institutionellen Behandlung in einem offenen Umfeld unterziehen müssen, wie es ein psychiatrischer Sachverständiger empfohlen hat, der von Entwicklungsstörungen und der Gefahr eines Rückfalls sprach.
Die harte Strafe, die Richter Pierre Gapany gegen den jungen Mann verhängt hat, erklärt sich aus seinem Vorstrafenregister (zwei Verurteilungen in den Jahren 2018 und 2019) und seinem Verhalten. Trotz zweier Verhaftungen im Jahr 2020 setzte er seine Aktionen fort.
Der Walliser wurde wegen Tierquälerei, böswilliger Tötung, Verstössen gegen das Bundesjagd- und Waffengesetz sowie Diebstahl verurteilt. «Es sind die Handlungen dieser Art von Personen, die dem Ruf der Hobby-Jägerschaft schaden. Er hat weder die notwendigen Kurse besucht noch die Gesetze eingehalten», sagte Staatsanwalt Jean-Luc Reymond während des Prozesses.
Fleisch nicht einmal geborgen
In den meisten Fällen wird das Fleisch jedoch nicht einmal geborgen, insbesondere wenn die Tiere nach einem Sturz von einer Klippe unbrauchbar geworden sind. Denn meistens wurde die Beute wegen des kleinen Kalibers, des unzureichenden 22er Langgewehrs, nicht einmal an Ort und Stelle getötet.
Sean Larkin, Anwalt in Ausbildung, sagt, sein Mandant habe immer versucht, die Würde des Tieres zu respektieren und wollte es essen. «Es macht ihm keinen Spass, Tiere zu töten. Mehrere Straftaten wurden ihm von der Gruppe in die Schuhe geschoben, um sich für seine Zusammenarbeit mit den Ermittlern zu rächen.»
Mit diesen Argumenten konnte der Verurteilte das Gefängnis nicht umgehen.
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