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Bildung

Von Tieren verschleppte Rotbuchensamen keimen nicht

Verschleppte Buchensamen durch Waldtiere keimen nicht, zeigt eine Studie.

Redaktion Wild beim Wild — 22. Januar 2025

Die Bäume profitieren also nicht davon, wenn Waldmäuse und Siebenschläfer ihre Samen im Wald verbreiten, wie Wiener Biologen in einer Studie zeigen.

Sie haben Hunderte von den Nagern verschleppte Buchennüsschen in einem Wald in Niederösterreich ausfindig gemacht. Keine einzige davon konnte keimen, berichten sie im Fachjournal «Biology Letters» der Royal Society.

Vier Jahre Forschung im Rothwald

Ein Team um Frederik Sachser vom Bundesforschungszentrum für Wald in Wien stellte im Rothwald vier Jahre lang Schalen mit Buchennüsschen auf, die mit Fähnchen oder Funksendern markiert waren.

Kamerafallen verrieten den Forschern, wer die Gedecke besuchte: Es waren verschiedene Waldmäuse, Rötelmäuse und Siebenschläfer. Solche Studien zeigen, wie komplex die Beziehungen innerhalb von Ökosystemen sind.

Kein einziger verschleppter Samen keimte

Die Nager verzehrten die Nüsschen zum Teil sofort. Zwischen 20 und 70 Prozent davon verschleppten die Tiere aber, um sie in einem Versteck zu horten.

Die Forscher konnten bei ihren wöchentlichen Suchen 536 markierte Buchennüsschen wiederfinden. «Kein einziger nicht an Ort und Stelle befindlicher Samen keimte», schrieben sie in dem Fachartikel.

Das passierte nur bei jenen Nüsschen, die nicht von den Nagetieren transportiert wurden. Die Beziehung zwischen Nagern und Buchen sei also nicht von gegenseitigem Nutzen geprägt, wie man bisher glaubte. Die Tiere laben sich demnach ohne Gegenleistung an den Früchten der Bäume. Wie Wildtiere als Landschaftsarchitekten wirken, hängt also stark von der jeweiligen Art und Interaktion ab.

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