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Jagd

Weniger Wolfsrisse dank besserem Herdenschutz

Am Wochenende haben Wölfe des Kärpfrudels in Elm (GL) zahlreiche Alpakas gerissen, die mit nur einer Litze im Zaun ungenügend geschützt waren. Ungeschützte Alpakas rechtfertigen keinen Abschuss!

Redaktion Wild beim Wild — 18. Oktober 2023

29 Prozent weniger Risse als im Vorjahr

In der Schweiz sind die Nutztierrisse durch Wölfe im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent zurückgegangen, wie die Sendung «Schweiz Aktuell» vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) publik machte.

2022 wurden bis Ende September 1’200 Nutztiere von Wölfen in der Schweiz getötet. 2023 waren es noch 850 Tiere. Der stärkste Rückgang sei im Kanton Glarus zu verzeichnen, hiess es in der Sendung. Dort wurden im Vergleich zum Vorjahr 80 Prozent weniger Nutztiere getötet.

In Graubünden wurden rund 50 Prozent weniger Risse registriert. Und auch in den Kantonen Waadt und Tessin seien die Zahlen rückläufig.

Herdenschutz zeigt Wirkung

Dass es immer weniger Risse gebe, habe mit dem ausgebauten Herdenschutz zu tun, so erklärt sich die Umweltschutzorganisation Pro Natura den Rückgang. «Herdenschutz bedeutet, dass die Herde entweder von Herdenschutzhunden und/oder von Hirten beschützt wird.» Eine weitere Möglichkeit sei, dass Hirten ihre Herden mit wolfsabweisenden Elektrozäunen sichern, sagt Sara Wehrli, Verantwortliche Jagdpolitik bei Pro Natura.

Glarner Wolfsrudel dürfen reguliert werden

Das Bundesamt für Umwelt hat am 16. Oktober 2023 seine Zustimmung für die Regulierung des Kärpfrudels und des Schiltrudels erteilt. Die vorgesehenen Abschüsse sind aufwendig und dürfen bis am 31. März 2024 vollzogen werden. Der konsequente Herdenschutz ist auch künftig von zentraler Bedeutung.

Der Kanton Glarus hatte beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) Gesuche gestellt für die Regulierung der beiden Wolfsrudel Kärpf und Schilt für den Abschuss von maximal der Hälfte der bekannten Jungwölfe mit Jahrgang 2023. Das BAFU hat am 16. Oktober 2023 seine Zustimmung zur Entnahme von zwei der fünf Jungtiere des Kärpfrudels und einem von drei Jungwölfen des Schiltrudels erteilt.

Abschuss ist aufwendig und riskant

Die zeitintensiven Abschüsse vollzieht die professionelle Wildhut. Um das Risiko eines Fehlabschusses zu minimieren, werden keine Jagdberechtigten zur Unterstützung der professionellen Wildhut beigezogen. Ein Fehlabschuss, zum Beispiel der Abschuss des Muttertieres statt eines Jungwolfs, kann zu einer Desorganisation oder dem Auseinanderfallen des Rudels führen. Es besteht dann die Gefahr, dass die unerfahrenen Jungwölfe sich eher auf die verhältnismässig leichte Beute wie Schafe oder Ziegen konzentrieren und mehr Schäden verursachen.

Für die Tierbesitzer bedeutet dies, dass die Herdenschutzmassnahmen, welche 2023 Wirkung entfalten, weiter konsequent umgesetzt werden sollen.

Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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