2. April 2026, 07:32

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Jagd

Hobby-Jäger und ihre Freude an der Tierquälerei

Einer Whistleblower-Meldung zufolge hat ein Hobby-Jäger im Rhein-Lahn-Kreis im Dezember 2023 bei einer Nachsuche wiederholt seinen „Jagdhund“ auf ein verletztes Wildschwein gehetzt.

Redaktion Wild beim Wild — 18. März 2024

Hobby-Jäger hetzt Hund auf Wildschwein

Ein ebenfalls an PETA übermitteltes Video zeigt, wie der Hobby-Jäger seinen Jagdhund immer wieder mit den Worten «pack sie» und «voran» auffordert, das Tier zu beissen.

Dem Hund gelingt es, das Wildschwein mit zahlreichen Bissen zu traktieren. Laut der Meldung handelt es sich bei der Tierquälerei nicht um einen Einzelfall; dieses Verhalten des betreffenden Hobby-Jägers sei in Jagdkreisen bereits bekannt.

PETA erstattet Strafanzeige

Die Tierrechtsorganisation hat daraufhin im Februar Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Koblenz wegen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz erstattet und die Jagdbehörde des Rhein-Lahn-Kreises über den Sachverhalt informiert.

PETA fordert, dass dem Verantwortlichen die Waffenbesitzkarte sowie der Jagdschein entzogen werden. Anlässlich dieses Vorfalls appelliert die Tierrechtsorganisation zudem erneut an die Bundesregierung, ein Verbot der Hobby-Jagd auf den Weg zu bringen.

«Das traurige Video aus Rheinland-Pfalz bestätigt einmal mehr, was uns Augenzeugen immer wieder berichten: Selbst die existierenden schwachen Regelungen für «waidgerechtes» Töten werden bei der Hobby-Jagd aufgrund fehlender Kontrollmöglichkeiten im Wald oft nicht eingehalten. Weil die Jagdgesetze wegen des Widerstands der Hobby-Jägerschaft jahrzehntelang kaum überarbeitet wurden, sind viele Tierquälereien sogar völlig legal, wie die Fallenjagd, die Baujagd oder die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Füchsen in sogenannten Schliefenanlagen. Der einzige Weg, Wildtiere umfassend vor grausamen Übergriffen zu schützen, ist ein Verbot der Hobby-Jagd durch die Bundesregierung.»

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA.

Hobby-Jagd laut Experten kontraproduktiv

Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Hobby-Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef H. Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt.

Auch englische Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren.

Bei Wildschweinen zerstört die Hobby-Jagd die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt.

Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Den rund 400’000 Hobby-Jägern in Deutschland stehen nur etwa 1’000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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