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Tierwelt

Thailand: Touristin stirbt in Elefantencamp

In Thailand wurde eine 22-jährige Touristin von einem Elefanten angegriffen und tödlich verletzt. Tierschützer kritisieren nun solche Elefantencamps.

Redaktion Wild beim Wild — 8. Januar 2025

Als Reaktion auf den Tod einer spanischen Urlauberin in einem Elefantencamp in Thailand kritisieren Tierschützer die beliebten Einrichtungen scharf.

Das Tier hatte die 22-jährige Studentin am Freitag auf Koh Yao Yai, einer Insel im Süden des Landes, tödlich verletzt.

Der tragische Vorfall ist eine eindringliche Erinnerung an die Grausamkeit und Gefahr, die mit der Gefangenschaft wilder Tiere verbunden ist, mahnt die Tierrechtsorganisation IG Wild beim Wild.

Wildtiere sind gezwungen, mit Menschen zu interagieren

«Elefanten sind hochintelligente, sensible Wesen, die in unnatürlichen Umgebungen, in denen sie gezwungen sind, mit Menschen zu interagieren, enorm leiden.» Das sagte Jason Baker, Vizepräsident für internationale Kampagnen bei PETA Asien.

Berichten zufolge soll der Elefant die Touristin mit seinem Rüssel getroffen haben. Das Unglück ereignete sich vor den Augen ihres Freundes und anderer Touristen, als sie mit dem Elefanten ein Bad nahm. Einer der Höhepunkte bei den Besuchen solcher Zentren.

Camps sind wichtige Einnahmequellen

Mehrere Tausend domestizierte Elefanten leben in Thailand mit ihren Mahouts (Elefantenführern) zusammen. Oftmals handelt es sich keineswegs um Elefanten-Auffangstationen, sondern viel eher um Zoos. Die Tiere würden denn auch speziell gezüchtet und unter den Zoos verkauft, es geht oftmals bloss um den Profit.

In den vergangenen Jahren hat die viel kritisierte Ausbeutung der Tiere für touristische Reittouren zwar stark nachgelassen.

Dafür bieten unzählige Elefantencamps, die zumeist als Auffangstationen für gerettete Tiere angepriesen werden, vermeintlich tierfreundliche Begegnungen mit Thailands Nationaltier an.

Die Einrichtungen sind eine grosse touristische Einnahmequelle. Denn der hautnahe Kontakt mit den Dickhäutern steht bei vielen Thailand-Reisenden ganz oben auf der Wunschliste.

Und das lassen sie sich etwas kosten. Halbtagestouren kosten zumeist umgerechnet mindestens 60 Euro. Auch in der Schweiz werden Wildtiere in Zoos und Gehegen für den Profit ausgebeutet.

Zwischen Tierwohl und Profitgier

Dafür dürfen die Besucher die Tiere füttern, mit ihnen durch das Camp spazieren. Und oft auch gemeinsam in Flüssen oder Tümpeln ein Schlamm-Bad nehmen.

Jedoch gibt es grosse Unterschiede: Während manche Zentren auf das Tierwohl achten, geht es in anderen hauptsächlich ums Geld.

Die Botschaft an die Öffentlichkeit laute, sich von allen Einrichtungen fernzuhalten, in denen direkter Kontakt mit Elefanten möglich sei.

«Echte Schutzgebiete bieten nur Beobachtungstouren an und halten Besucher in angemessener Entfernung von den Elefanten. Um die Tiere nicht zu stören – oder Besucher in Gefahr zu bringen.»

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