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Jagd

Brigitte Bardot wegen Beleidigung von Hobby-Jägern verurteilt

Weil die frühere französische Filmschauspielerin Brigitte Bardot Jäger im Nazi-Jargon als «Untermenschen» beschimpfte, ist sie zu einer Geldstrafe von insgesamt 7000 Euro verurteilt worden.

Redaktion Wild beim Wild — 6. Juli 2021

Schauspiel-Ikone Brigitte Bardot liebt Tiere über alles und geht dafür auch über juristische Grenzen hinaus. Weil sie den Chef des französischen Jagdverbandes beleidigte, muss sie eine Geldstrafe zahlen.

Geldstrafe wegen Beleidigung der Hobby-Jägerschaft

Die 86-jährige Brigitte Bardot muss laut Staatsanwaltschaft beleidigende Äusserungen aus dem Jahr 2019 über die Hobby-Jägervereinigung von der Internetseite ihrer Tierschutzstiftung tilgen. Konkret: Bardot hatte auf ihrer Webseite die Hobby-Jägerschaft mit drastischen Worten beschimpft und den französischen Jagdverbandschef Willy Schraen als Beispiel genannt. Die Wortwahl Bardots war allerdings inakzeptabel: Der von ihr verwendete Begriff «Untermenschen» ist ein NS-belastetes Wort, das weder in der Jagdkritik noch anderswo einen Platz hat.

Damit sei Bardot «zu weit gegangen», argumentierte der Anwalt des Jagdverbandes, Denis Delcourt-Poudenx.

Bardot bleibt der Anhörung fern

Die 86-Jährige selbst blieb der Anhörung in Nordfrankreich aus gesundheitlichen Gründen fern und erschien nicht vor Gericht. Neben der eigentlichen Busse von 5’000 Euro muss Bardot 1’000 Euro Entschädigung an Jagdverbandschef Schraen zahlen sowie 1’000 Euro Gerichtskosten übernehmen.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Prozess eine Geldbusse von 6’000 Euro gefordert und verwies in ihrem Plädoyer darauf, dass Bardot bereits fünf Mal wegen diffamierender und diskriminierender Äusserungen verurteilt worden war.

Am 30. Juni teilte Brigitte Bardot über Twitter mit: «Ich gehe lieber ins Gefängnis als den Hobby-Jägern einen Cent zu zahlen.»

Lebenslanger Einsatz für den Tierschutz

Bardot engagiert sich seit langer Zeit für den Tierschutz. «Wer immer auf ein Tier schiesst, trifft mit seiner Kugel auch mich», hatte die in Südfrankreich lebende Aktivistin einmal der «Welt am Sonntag» gesagt.

Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms hat die einst blonde Schönheit nach über 45 Filmen und 80 Liedern ihre Karriere abgebrochen. In ihrer 2018 veröffentlichten Biografie «Tränen des Kampfes» schrieb sie, ihr früheres Leben sei sinnlos und oberflächlich gewesen. Seit über 40 Jahren lebt sie zurückgezogen in St. Tropez mit Tieren, die sie aus Tierheimen und Zirkussen holt.

«Früher lag mir die Welt zu Füssen, weil ich schön, berühmt und begehrt war, und heute störe ich nur noch», erklärt sie in «Tränen des Kampfes».

Politische Einordnung

Bardot wird politisch im Rechtsaussen-Lager verortet. Im Jahr 2012 hatte sie die Rechtspopulistin Marine Le Pen im Präsidentschaftswahlkampf unterstützt. Bardots Ehemann Bernard d’Ormale war lange Ratgeber der rechtsextremen Partei Front National. Ihr Engagement für Wildtiere ist unbestritten, ihre politische Verortung und ihre Wortwahl sind jedoch problematisch. Sachliche Jagdkritik braucht keine Entgleisungen.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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