Hobby-Jäger bei illegaler Vogeljagd verhaftet
Ein Hobby-Jäger ist in der Nähe von Vetulonia (Gemeinde Castiglione della Pescaia) in der Toskana von Wildhütern der Tierschutzorganisation LAC (Lega per l’Abolizione della Caccia) auf frischer Tat ertappt und anschliessend der Provinzpolizei übergeben worden.
Der Mann hatte sich in einem Schuppen nahe eines Jagdhauses eingerichtet, um Eichelhäher und Türkentauben zu schiessen – trotz abgelaufener Jagdsaison.
Nach Angaben der LAC war der Hobby-Jäger mit einem Kleinkalibergewehr unterwegs und hatte den Schuppen betreten, um dort auf die Vögel zu warten. Ein Stuhl war eigens dafür aufgestellt worden. Ohne es zu bemerken, wurde er dabei bereits von den Wildhütern beobachtet, die sich in der Umgebung postiert hatten.
Als die Kontrolleure eingriffen, versuchte der Mann zunächst zu fliehen und seine Waffe zu verstecken. Er wurde jedoch überwältigt, mit dem geladenen Gewehr in der Hand festgesetzt und identifiziert.
Polizei beschlagnahmt Waffen und Beute
Kurz darauf traf die Provinzpolizei von Grosseto am Tatort ein. Die Beamten stellten das Gewehr, die dazugehörige Munition sowie die bereits erlegten Tiere sicher. Obwohl der Mann im Besitz eines gültigen Jagdscheins und einer kürzlich erneuerten Waffenlizenz war, droht ihm nun ein Verfahren wegen Wilderei.
LAC kündigt Anzeige an
Der nationale Präsident der LAC, Raimondo Silveri, bedankte sich in einer Stellungnahme bei den eigenen Wildhütern «für die gezeigte Professionalität» sowie bei der Provinzpolizei für das schnelle Eingreifen. Zudem kündigte er an, eine gesonderte Anzeige gegen den Jäger einzureichen.
Wilderei ist in Teilen der Toskana trotz strenger Regeln ein wiederkehrendes Problem. Besonders betroffen sind Zugvögel wie Drosseln, Eichelhäher oder Turteltauben, die von Wilderern häufig illegal bejagt werden. Offiziell ist die Jagd in Italien reguliert, mit klaren Schonzeiten und begrenzten Jagdgebieten.
Wer gegen die Bestimmungen verstösst, muss mit empfindlichen Strafen rechnen: Neben hohen Geldbussen drohen der Verlust von Jagd- und Waffenschein sowie in schweren Fällen eine Freiheitsstrafe.
Laut Naturschutzorganisationen werden dennoch jedes Jahr zahlreiche illegale Abschüsse registriert, vor allem in der Maremma, die wegen ihrer Artenvielfalt ein beliebtes, aber auch sensibles Gebiet ist.
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