2. April 2026, 15:41

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Umwelt & Naturschutz

Schweizer Wiesen verlieren massiv an Artenvielfalt

Eine neue Langzeitstudie zeigt: In den letzten 100 Jahren ist die Pflanzenvielfalt in den Schweizer Wiesen dramatisch zurückgegangen. Haupttreiber sind die intensive Landwirtschaft. Überdüngung, Übernutzung und Pestizide haben die artenreichsten Lebensräume Europas an den Rand gedrängt.

Redaktion Wild beim Wild — 21. Oktober 2025

Forschende nutzten ein einzigartiges Datenset: Vegetationsaufnahmen aus der Zeit zwischen 1884 und 1931.

Diese historischen Daten wurden 2021/22 systematisch wiederholt – und erlauben erstmals einen direkten Vergleich über mehr als 90 Jahre.

Die Ursachen sind klar benannt:

  • Überdüngung: Stickstoff- und Phosphoreinträge, sowohl durch Dünger als auch durch Luftbelastung, verdrängen nährstoffarme Spezialisten.
  • Übernutzung: Häufigere Mahd, stärkere Beweidung und mechanisierte Landwirtschaft lassen empfindliche Arten verschwinden.
  • Pestizide: Chemische Eingriffe reduzieren nicht nur Schädlinge, sondern auch viele Nicht-Zielarten – von Kräutern bis zu Insekten.

Besonders stark trifft es die artenreichen Tieflandwiesen. Hier gingen bis zu 38 % der Arten verloren. Im alpinen Raum beträgt der Rückgang «nur» rund 11 %, doch auch dort droht mit dem Klimawandel und der Verschiebung der Landwirtschaft nach oben neuer Druck, auch auf die Wildtiere.

Von bunter Vielfalt zur Grassteppe

Die Studie zeigt deutlich, wie sich die Wiesen verändert haben:

  • Bunte Blumenwiesen mit Orchideen, Glockenblumen oder Margeriten weichen artenarmen Grasbeständen.
  • Süssgräser (Poaceae) profitieren von Düngung und häufigem Schnitt und dominieren heute vielerorts.
  • Spezialisierte Kräuter und seltene Arten verschwinden.
  • Die Lebensstrategien verschieben sich hin zu konkurrenz- und störungstoleranten Pflanzen.

Die Folge: Landschaften werden ökologisch homogener und ärmer.

Konsequenzen für Natur und Gesellschaft

Artenreiche Wiesen sind nicht nur ästhetisch wertvoll, sondern erfüllen zentrale Funktionen:

  • Lebensraum für Insekten, Vögel und Wildtiere
  • Grundlage für Bestäubung und Nahrungssicherheit
  • Kohlenstoffspeicher und Schutz der Böden

Mit dem Verlust dieser Vielfalt verlieren wir nicht nur Blumen, sondern auch ökologische Stabilität – und letztlich unsere eigene Lebensgrundlage.

Die Studie macht unmissverständlich klar: Die Hauptursache für den massiven Biodiversitätsrückgang ist die intensive Landwirtschaft. Ohne ein Umdenken in der Agrarpolitik – weniger Dünger, weniger Pestizide, weniger Nutzungsdruck – wird die Artenvielfalt weiter verschwinden.

Extensive Bewirtschaftung, gezielte Förderung von artenreichen Wiesen und ein konsequentes Reduzieren der Stickstoffeinträge sind zentrale Schritte, um die letzten Reste der traditionellen Kulturlandschaft zu bewahren.

Naturkatastrophe Hobby-Jäger

Der Anteil der bedrohten Arten ist in keinem Land der Welt so gross wie in der Schweiz. Über ein Drittel der Pflanzen, Wildtiere und Pilzarten gilt als bedroht. Die Schweiz ist europaweit beim Ausscheiden von Schutzflächen für die Biodiversität ebenfalls Schlusslicht. Es sind immer auch diese Kreise aus Hobby-Jägern und Hobby-Tierhaltern mit ihrer Lobbyarbeit, die über die Politik, Medien und Gesetze seit Jahrzehnten dafür verantwortlich sind. Sie sind es, die zeitgemässe, ethische Tierschutzverbesserungen notorisch blockieren und den seriösen Tier- und Artenschutz sabotieren. Hobby-Jäger wehren sich regelmässig gegen mehr Nationalpärke in der Schweiz, weil es ihnen eben nicht um Natur, Biodiversität und Artenschutz oder Tierschutz geht, sondern darum, ihr perverses, blutiges Hobby zu pflegen.

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