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Jagd

Deutschland: Hobby-Jäger erschiesst eigene Tochter

In Deutschland erschiesst ein Hobby-Jäger seine eigene Tochter bei einem Jagdausflug. Jagdunfälle mit tödlichem Ausgang häufen sich.

Redaktion Wild beim Wild — 25. Januar 2019

Tödliches Drama in Baden-Württemberg: Ein Vater hantiert an seinem Gewehr, plötzlich löst sich ein Schuss – aus Versehen, sind sich die Ermittler weitgehend sicher.

Aus der Bockbüchsflinte des 56-Jährigen habe sich bei der Vorbereitung zur Hobby-Jagd in dessen Wohnung in Ettlingen ein Schuss gelöst, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Karlsruhe mit. Dieser traf die 19-jährige Tochter so schwer, dass sie in einem Krankenhaus starb.

Fahrlässige Tötung: Ermittlungen eingeleitet

Nach bisherigen Ermittlungen sei von einem «tragischen Unglücksfall» auszugehen, hiess es. Gegen den Hobby-Jäger wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Das Gewehr war legal in seinem Besitz.

Die IG Wild beim Wild fordert seit Jahren, dass sich Hobby-Jäger regelmässig einem medizinischen und psychologischen Wesenstest unterziehen müssen.

Warum der Mann die Waffe geladen zu Hause aufbewahrte oder mit der geladenen Waffe hantierte, ist nicht bekannt. Die Waffe hätte zum Zeitpunkt, als sich der Schuss löste, nicht geladen sein dürfen. Grundsätzlich dürften Schusswaffen erst bei der Jagd oder auf dem Schiessstand geladen werden. Warum die Hobby-Jagd ein Tierschutzproblem ist, erläutert das gleichnamige Dossier.

Jagdunfälle: Zahlen des DJV sind geschwindelt

Die Zahl der Jagdunfälle durch Schusswaffen schwanke von Jahr zu Jahr. Nach Recherchen der Initiative für die Abschaffung der Jagd sind auch 2018 viele Menschen getötet und verletzt worden.

Beim Deutschen Jagdverband (DJV) verbreiten die Mitglieder Fehlinformationen. Nach dem tragischen Unglück findet man in den Medien überall folgendes Statement vom DJV: «Die Zahl der Jagdunfälle durch Schusswaffen schwanke von Jahr zu Jahr. Nach Zahlen des Deutschen Jagdverbands sind 2017 zwei Menschen getötet und zwei verletzt worden.» Zum Jägerlatein nun die Fakten – es sind mindestens 30 Tote. Auffallend ist, dass vor allem Frauen in Hobby-Jäger-Familien extrem gefährlich leben.

Auch in der Schweiz: Hobby-Jäger gefährden Menschenleben

«Wie viele Menschen müssen noch sterben oder schwer verletzt werden, bevor die Hobby-Jagd endlich verboten wird?», so Carl Sonnthal für die IG Wild beim Wild. «Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Tragödien, weil schiesswütige Spassjäger verantwortungslos in der Gegend herumballern. Ein Eingreifen des Gesetzgebers ist längst überfällig.»

Die IG Wild beim Wild weist darauf hin, dass jedes Jahr nicht nur Tausenden von Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, sondern auch mehrere Dutzend Menschen von Hobby-Jägern getötet und verletzt werden. Nicht selten sind die Hobby-Jäger alkoholisiert.

Auch in der Schweiz gibt es jedes Jahr mehr menschliche Verletzte und Todesopfer durch die Risikogruppe Hobby-Jägerschaft als durch islamische Terroristen, Sekten, Mafia und Rockerbanden zusammen.

In den Jahren 2011 bis 2015 wurden insgesamt 1’526 Verletzte durch Jagdunfälle durch die Unfallversicherungen registriert. Dazu mindestens ein gutes Dutzend Todesfälle und dies nur innerhalb der Hobby-Jägerschaft! Die Gefährdung Dritter durch Hobby-Jäger kann nicht aus den Daten der Unfallversicherer bestimmt werden. Über detailliertere Auswertungen für verschiedene Kantone gibt es ebenfalls keine Statistiken. Mehr dazu in der Kategorie Kriminalität & Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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