Baujagd – legale Tierquälerei im Namen der Jagdtradition
Die Baujagd ist legale Tierquälerei: Hunde werden in Fuchs- und Dachsbauten gehetzt. Warum diese Jagdpraxis grausam, sinnlos und veraltet ist.
Während im DACH-Raum Hundekämpfe, Hahnenkämpfe und jede Form des Aufeinanderhetzens von Tieren verboten sind, darf eine kleine jagende Minderheit genau das tun und nennt es Baujagd.
Hinter dem harmlosen Begriff verbirgt sich eine archaische Grausamkeit, die nichts mit Naturverbundenheit oder Hege zu tun hat, sondern schlicht mit Blutlust, Machtausübung und Traditionsfetischismus.
Die Jägersprache verklärt: Hunde „arbeiten“ im Bau, der Fuchs wird „gesprengt“. Die Realität ist brutal: Ein Jagdhund wird in den engen Bau gezwungen, trifft dort auf einen Fuchs oder Dachs, und es kommt zum Kampf. Blut, Bisse, Todesangst. Niemand kontrolliert, niemand schützt. Das Leid geschieht im Dunkeln, still, aber systematisch.
Würde ein Privatmann seinen Hund auf ein Wildtier hetzen und in den Bau schicken, wäre das ein klarer Fall von Tierquälerei. Doch unter dem Deckmantel der Hobby-Jagd ist genau dieses Szenario legal. Der Gesetzgeber schützt hier nicht die Tiere, sondern die Privilegien einer Lobby, die sich seit Jahrzehnten jeder Reform widersetzt.
Jägerromantik oder Sadismus?
Die Jägerschaft behauptet gerne, die Baujagd sei „notwendig“, um Niederwild zu schützen. Ein durchschaubarer Vorwand: Studien zeigen, dass Fuchsjagd keinerlei langfristigen Einfluss auf die Population hat. Der wahre Grund ist, ein anderer: Jagdherren wollen „ihre“ Tradition ausleben. Sie wollen blutige Kämpfe inszenieren und am Ende triumphierend mit dem erlegten Tier posieren. Es ist nichts anderes als legalisierter Sadismus im grünen Lodenmantel.
Besonders perfide: Nicht nur die Wildtiere, auch die Jagdhunde sind Opfer dieser Praxis. Verletzungen durch Bisse, zerfetzte Ohren, gebrochene Knochen, all das wird billigend in Kauf genommen. Dieselben Hobby-Jäger, die sich als „Hundefreunde“ inszenieren, schicken ihre Tiere bewusst in lebensgefährliche Situationen. Das ist Verrat an den Hunden, nicht Liebe.
Ein Relikt aus finsteren Zeiten
Die Baujagd ist ein Anachronismus. Sie stammt aus einer Epoche, in der Tierleid keine Rolle spielte und Hobby-Jäger als Herrenmenschen über Natur und Kreatur schalteten. Wer heute noch Baujagd betreibt, zeigt vor allem eines: dass er im 19. Jahrhundert stehen geblieben ist. In einer modernen Gesellschaft, die Tierschutz im Grundgesetz verankert hat, ist diese Praxis nichts anderes als eine Schande.
Die Baujagd ist nicht Tradition, sondern Tierquälerei mit Jagdschein. Sie widerspricht jeder ethischen Grundhaltung und jedem modernen Tierschutzgedanken. Solange diese blutige Praxis erlaubt bleibt, ist das Tierschutzgesetz ein zahnloser Papiertiger und die Jagd ein dunkler Fleck in einer Gesellschaft, die vorgibt, zivilisiert zu sein.
Dossiers: Jagd und Tierschutz | Fuchs in der Schweiz: Meistgejagter Beutegreifer ohne Lobby | Fuchsjagd ohne Fakten: Wie JagdSchweiz Probleme erfindet
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