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Jagd

Wie illegale Welpenhändler und -verkäufer Facebook nutzen

Obwohl der Verkauf von Tieren durch Privatpersonen nach den Community-Richtlinien von Meta nicht erlaubt ist, sind private Gruppen in ganz Europa voller Welpen-Angebote.

Redaktion Wild beim Wild — 21. März 2025

Für die Untersuchung der globalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN trafen verdeckte Ermittler illegale Händlerinnen und Händler in Belgien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich.

Die verkaufenden Personen verrieten dabei ihre Tricks, mit denen sie die Richtlinien von Meta mühelos umgingen. VIER PFOTEN fordert Meta auf, die Schlupflöcher zu schliessen, die es ermöglichen, Hunde auf ihren Social-Media-Plattformen zu bewerben. Das Tierschutzproblem zeigt sich auch im illegalen Welpenhandel.

Während der VIER PFOTEN-Untersuchung, die im Sommer 2024 mit 14 persönlichen Treffen sowie online durchgeführt wurde, boten illegale Händlerinnen und Händler kranke Welpen ohne Zuchtlizenzen und mit fragwürdigen Impfnachweisen an, ignorierten die Tollwutbestimmungen für Exporte und übergaben Hunde auf öffentlichen Plätzen, was gegen nationale und EU-Vorschriften verstösst.

«Tausende Hunde werden jedes Jahr in ganz Europa illegal gehandelt und unter furchtbaren Bedingungen gezüchtet, was zu lang anhaltenden Gesundheits- und Verhaltensproblemen und manchmal sogar bis zum Tod führt. Leider ist dieser grausame Handel auf Plattformen wie Facebook und Instagram weitverbreitet. Obwohl es Regeln gibt und Gesetze gebrochen werden, unternimmt Meta nur sehr wenig, um den schlimmen Welpenhandel auf ihren Plattformen zu stoppen», sagt Nick Weston, Leiter der internationalen Heimtier-Kampagnen bei VIER PFOTEN.

Diese erbarmungslose Praxis setzt sowohl Tiere als auch Menschen erhebliche Gesundheitsrisiken aus. Zurück bleiben oft hohe Tierarztrechnungen, Kummer und Schmerz der Halterinnen und Halter. Die Untersuchung zeigte, dass viele der angebotenen Welpen krank waren oder in unhygienischen, chaotischen Verhältnissen aufgezogen wurden. So wurden die Hunde in grosser Zahl in Wohn- und Schlafzimmern gehalten, die Böden waren voller Hundekot und es stank nach Ammoniak. Einige der besuchten Welpen litten an Zwingerhusten, tränenden Augen, Leistenbrüchen oder anderen gesundheitlichen Problemen. Mehr zu Kriminalität und Tierhandel.

Dieses System steckt hinter dem Welpenhandel auf Facebook

Obwohl Meta Welpenanzeigen, in denen Preise und andere offensichtliche Verkaufsbedingungen genannt werden, teilweise löscht, gelingt es illegalen Händlerinnen und Händlern, unentdeckt zu bleiben. Dazu geben sie in ihren Beiträgen nur wenige bis gar keine beschreibenden Informationen über die Hunde preis und verwenden stattdessen Emojis und Hashtags. So zeigte unter anderem ein Herz neben einem Foto an, dass der Welpe noch verfügbar war, während die Farbe des Herzens (blau oder rosa) das Geschlecht angab. Informationen über die Legitimität der Verkäuferinnen und Verkäufer waren in den Beiträgen entweder unklar oder fehlten ganz. Durch diese verdeckte Vorgehensweise bleibt der Handel von Meta-Kontrollen unentdeckt.

«Viele der grausamen Welpenhändlerinnen und -händler erzählten unseren Ermittelnden, wie sie die Facebook-Regeln umgehen. Es gab einen geltenden Code, um für Welpen zu werben, ohne dabei gesperrt zu werden. Verwenden Sie Emojis, vermeiden Sie bestimmte Wörter, führen Sie Verkaufsverhandlungen in Privatnachrichten durch. Jeder kannte den Code», erzählt Weston. Auf diese Weise werden jeden Tag in ganz Europa private Verkäufe getätigt – mit offenbar minimalen Massnahmen seitens Meta. «Meta muss seine eigenen Regeln und Richtlinien besser durchsetzen, sonst wird der grausame Welpenhandel auf Facebook und Instagram weiter steigen und damit Menschen und Tiere zu Opfern machen», mahnt Weston.

VIER PFOTEN Untersuchung zum illegalen Welpenhandel auf Facebook

Verkäuferinnen und Verkäufer zeigen ihre Methoden

Während der VIER PFOTEN-Untersuchung wurde deutlich, dass Facebook ein attraktives Medium für private Verkäuferinnen und Verkäufer ist, die ihre Hunde illegal anbieten. Gruppenanleitungen erklärten ihren Mitgliedern, wie sie kommunizieren können, um nicht von den Plattformen entdeckt zu werden. Die entdeckten Angebote beinhalteten sogar die Lieferung von Hunden aus dem Ausland. Generell wurden die Hunde in allen drei Ländern zu hohen Preisen angeboten, zu 400 bis 2’000 EUR in den Niederlanden und Belgien sowie 1’000 bis 10’000 Pfund im Vereinigten Königreich.

Eine belgische Verkäuferin mit 14 erwachsenen Hunden auf ihrem Grundstück gab sogar zu, keine belgische Registrierungsnummer mehr zu haben, die für gewerbliche Züchterinnen und Züchter vorgeschrieben ist, weil es «zu viele Kontrollen, viel zu viel Ärger mit den Steuern und allem Möglichem» gebe. Eine andere Verkäuferin aus Belgien, die auch Administratorin mehrerer Facebook-Gruppen war, gab zu, dass ihr Netzwerk Kommentare deaktivierte, um nicht entdeckt zu werden: «Wenn Welpen gepostet werden, entfernen wir den Kommentar. Warum? Weil der Freund dann nach dem Preis fragt, was Facebook nicht erlaubt, da es den Verkauf des Welpen impliziert. Also muss das alles privat passieren.»

Hintergrund zur VIER PFOTEN-Untersuchung

Im Sommer 2024 untersuchte VIER PFOTEN Fälle von Welpenhandel auf Facebook im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden und Belgien. Dazu wurden Online-Recherchen und 14 Treffen mit verkaufenden Personen durchgeführt. Sie ist Teil der VIER PFOTEN-Kampagne «Stoppt den unseriösen Welpenhandel auf Social Media», die Meta mittels Petition auffordert, die Schlupflöcher zu schliessen, die es illegalen, grausamen Händlerinnen und Händlern ermöglichen, Hunde auf den Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram zum Verkauf anzubieten. Mehr zu den Tierrechten.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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