Jagdverbot für Schneehühner und Schneehasen im Kanton Uri
Das Urner Stimmvolk entscheidet am 18. Mai 2025 über ein Jagdverbot von Schneehasen und Schneehühnern im Kanton Uri.
Die Volksinitiative «Schneehuhn und Schneehase leben lassen» will die Jagd auf diese Tiere verbieten.
Die Initiative wurde im Juni 2024 eingereicht. Der Bestand von Schneehuhn und Schneehasen nehme kontinuierlich ab, und die Tiere seien bereits auf der Liste der bedrohten Arten zu finden, argumentierte das Initiativkomitee.
Der Klimawandel schrumpft den Lebensraum der Tiere weiter ein.
In einem Leserbrief an die Urner Zeitung meldet sich auch Sepp Hürlimann, Altpräsident Urner Jägerverein, Altdorf, zu Wort:
Der Jäger ist nicht nur jemand, der Tiere erlegt – er beobachtet, dokumentiert und schützt die Natur aktiv. Ein pauschales Verbot würde eine essenzielle Praxis des Naturschutzes schwächen, ohne echten Nutzen für die Tierwelt zu bringen. Statt ideologischer Einschränkungen braucht es einen sachlichen, naturwissenschaftlich fundierten Umgang mit der Jagd.
Praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird von Schweizer Hobby-Jägern praktiziert. Jagdverbände sind keine Tierschutzvereine; dies hat unlängst ein Gericht erneut bestätigt. Wahrscheinlich muss man im Wildbretdelirium sein, den Magen voll, den Kopf nicht mehr durchblutet, so etwas als Jagdverband überhaupt zu äussern. Jagd stellt immer ein katastrophales Versagen wissenschaftlichen Könnens und Vorstellungsvermögens dar. Insbesondere, wenn es bloss Tradition ist und Spass macht. Nur wo Wildtiere bejagt und die Familien- sowie Sozialstrukturen zerstört werden, versagt die eigene Populationskontrolle im Biotop. In dem Durcheinander, in dem sich die Natur nach jahrzehntelanger Hege und Pflege der Hobby-Jäger befindet, ist der Anteil der bedrohten Arten laut der UNO in keinem Land der Welt so gross, wie in der Schweiz.
Über ein Drittel der Pflanzen, Tiere und Pilzarten gilt als bedroht. Es sind immer auch diese Kreise aus Hobby-Jägern und Vieh-Bauernvertretern mit ihrer Lobbyarbeit, die über die Politik, Medien und Gesetze seit Jahrzehnten dafür verantwortlich zu machen sind. Sie sind es, die zeitgemässe, ethische Tierschutz-Verbesserungen notorisch blockieren und den seriösen Tier- und Artenschutz sabotieren.
Der Kanton Tessin beendete die Schneehuhn-Jagd bereits 2021. Die Abschaffung der sinnlosen Jagd auf das Schneehuhn ist auf kantonaler wie auch auf nationaler Ebene ein wichtiges Signal für den Schutz der Natur und der zunehmend bedrohten Vogelart.
- Jäger verbreiten Krankheiten
- Jagd fördert Krankheiten
- Posttraumatische Belastungsstörungen bei Wildtieren
Nach Auffassung der IG Wild beim Wild braucht es für Hobby-Jäger jährliche medizinisch-psychologische Eignungsgutachten nach dem Vorbild der Niederlande sowie eine verbindliche Altersobergrenze. Die grösste Altersgruppe unter den Hobby-Jägern ist heute 65+. In dieser Gruppe nehmen altersbedingte Einschränkungen wie nachlassende Sehfähigkeit, verlangsamte Reaktionszeiten, Konzentrationsschwächen und kognitive Defizite statistisch deutlich zu. Gleichzeitig zeigen Unfallanalysen, dass die Zahl schwerer Jagdunfälle mit Verletzten und Todesopfern ab dem mittleren Lebensalter signifikant ansteigt.
Die regelmässigen Meldungen über Jagdunfälle, tödliche Fehlhandlungen und den Missbrauch von Jagdwaffen verdeutlichen ein strukturelles Problem. Der private Besitz und Einsatz tödlicher Schusswaffen zu Freizeitzwecken entzieht sich weitgehend einer kontinuierlichen Kontrolle. Aus Sicht der IG Wild beim Wild ist dies nicht länger verantwortbar. Eine Praxis, die auf freiwilligem Töten basiert und zugleich erhebliche Risiken für Menschen und Tiere erzeugt, verliert ihre gesellschaftliche Legitimation.
Hobby-Jagd beruht zudem auf Speziesismus. Speziesismus beschreibt die systematische Abwertung nichtmenschlicher Tiere allein aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Er ist mit Rassismus oder Sexismus vergleichbar und weder kulturell noch ethisch zu rechtfertigen. Tradition ersetzt keine moralische Prüfung.
Gerade im Bereich der Hobby-Jagd ist kritische Prüfung unerlässlich. Kaum ein anderes Feld ist derart von beschönigenden Erzählungen, Halbwahrheiten und gezielter Desinformation geprägt. Wo Gewalt normalisiert wird, dienen Narrative oft der Rechtfertigung. Transparenz, überprüfbare Fakten und eine offene gesellschaftliche Debatte sind deshalb unverzichtbar.
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