Tessiner Hobby-Jäger als Wilderer über die Grenze
Zwei lizenzierte Hobby-Jäger aus dem Tessin sind in Italien als Wilderer entlarvt worden.
Mit Schrotflinten, Kaliber 12, und Jagdhunden bewaffnet, überquerten die Wildtierkiller (60 und 42 Jahre alt) mit dem Auto die Grenze und machten sich auf die Pirsch nach Hasen am Monte Bisbino auf italienischem Boden.
Dort griff die Provinzpolizei Como zu. Ergebnis: Anzeige wegen illegaler Waffeneinfuhr.
Offiziell gelten die beiden als „Hobby-Jäger mit Lizenz“. Doch wer mit Waffen in ein fremdes Land eindringt, sich nicht um Grenzen schert und Tiere verfolgt, ist ein Wilderer. Dass diese Männer überhaupt Jagdscheine besitzen, zeigt das Dilemma: Die Lizenz macht aus einem Gesetzesbrecher keinen Naturfreund, sondern höchstens einen legalisierten Tierkiller.
Jagdfieber statt Rechtsbewusstsein
Die Polizei überwachte das Gebiet schon länger, da es wiederholt zu Grenzübertritten kam. Ein in der Nähe abgestelltes Tessiner Auto führte die Beamten direkt zu den Tätern. Mit den Beweisen konfrontiert, gaben die Männer ihre Schuld zu, angeblich hätten sie nicht bemerkt, auf welcher Seite der Grenze sie waren. Ein durchsichtiges Alibi.
Wer mit geladenen Schrotflinten auf Wanderwegen herumirrt, ohne die Landesgrenze zu beachten, beweist vor allem eines: Verantwortungslosigkeit.
Kein Einzelfall – Jagdskandale häufen sich
Nur wenige Tage zuvor griff die Polizei in Graubünden zwei italienische Hobby-Jäger mit Waffen und Ausrüstung auf, die die Grenze in die Schweiz überschritten hatten. Das Muster ist eindeutig: Hobby-Jäger im Jagdwahn überschreiten Grenzen wie andere Spazierwege. Tiere werden dabei zur reinen Zielscheibe degradiert.
Die Jagdlobby predigt Verantwortung, die Praxis zeigt das Gegenteil. Wer Grenzen ignoriert, ignoriert auch Schonzeiten, Artenschutz und Sicherheit. Dass solche Individuen mit Schrotflinten frei herumlaufen dürfen, ist ein Risiko für Tiere, Hunde, Wanderer und Anwohner gleichermassen.
Der Fall am Monte Bisbino verdeutlicht: Ein Jagdschein ist kein Garant für Respekt oder Sicherheit, sondern dient oft als Feigenblatt für Wilderei. Die beiden Tessiner Hobby-Jäger sind kein Ausrutscher, sondern ein Symptom eines Systems, in dem tödliche Waffen in den Händen von Hobbyisten liegen, die ihre Lust am Töten über jedes Gesetz stellen.
Es braucht laut der IG Wild beim Wild jährlich medizinisch-psychologische Gutachten für Hobby-Jäger nach dem Vorbild von Holland sowie auch eine Altersbegrenzung nach oben. Die grösste Altersklasse bei den Hobby-Jägern sind 65+, jene mit Alters-, Denk-, Seh-, Konzentrations- und Reaktionsschwächen sowie Ausbildungs- und Trainingsdefiziten. Ab dem 45. Lebensjahr steigt die Zahl der Unglücke für Menschen und Tiere dramatisch an. Die erschreckenden Meldungen über Jagdunfälle und tödliche Straftaten mit Jägerwaffen zeigen: Es wird höchste Zeit für die Abschaffung der Hobby-Jagd! Tödliche Schusswaffen gehören nicht in die Hände von senilen Hobby-Jägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können! Hobby-Jäger repräsentieren alles, was in der Welt falsch läuft.
Hobby-Jäger leben Speziesismus. Speziesismus ist vergleichbar mit Rassismus und Sexismus, und das ist keine Kultur oder Tradition.
Insbesondere bei der Hobby-Jagd ist es elementar, dass man ganz genau hinschaut. Nirgendwo wird so viel mit Unwahrheiten und Fake News manipuliert. Gewalt und Lügen gehören zur gleichen Münze.
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