Schweiz: Bestes Tierschutzgesetz der Welt?
Die Schweiz erhält eine B+ Bewertung für Tierschutz. Doch das «strengste Tierschutzgesetz der Welt» hat Lücken bei Wildtieren und Pelzimporten.
Ein amerikanisches Unternehmen hat die Schweiz in einer internationalen Umfrage zum Thema Tierschutz mit der Note B+ bewertet.
Schweiz auf Platz 10 – hinter Luxemburg und Österreich
Am besten schneiden Luxemburg, Grossbritannien und Österreich ab, am schlechtesten der Iran, Vietnam und China im Vergleich von 65 Staaten.
Die Schweiz dümpelt zwischen Bulgarien und Griechenland auf Platz 10 vor sich hin.
Die Tierschutzgesetze sind weltweit sehr unterschiedlich. Tierschutzorganisationen argumentieren, dass Tiere fühlende Wesen sind, die ein Leben ohne Leiden verdienen. Von der Anerkennung der Empfindungsfähigkeit von Tieren bis hin zum Verbot der Pelztierzucht – viele Länder setzen sich auf jede erdenkliche Weise gegen Tierquälerei ein.
Die europäischen Länder haben vor allem deshalb so gut abgeschnitten, weil sie alle über Gesetze gegen Tierquälerei sowie über Vorschriften verfügen, die anerkennen, dass Tiere empfindungsfähig sind und Schmerzen erleiden können. Sie haben auch ein vollständiges oder teilweises Verbot der Pelztierzucht.
Viele Menschen besitzen Haustiere und betrachten sie als Teil ihrer Familie, aber sie stellen oft nicht die Verbindung zwischen Haustieren und Tieren her, die für Nahrung, Ressourcen und die allgemeine Tierwelt genutzt werden. Humanistinnen und Humanisten sind der Meinung, dass alle Tiere die gleiche Rücksicht auf ihr Wohlergehen verdienen, egal ob es sich um Haustiere, Nutztiere oder Wildtiere handelt.

Neun Kriterien für das Ranking
The Swiftest hat nach eigenen Angaben Statistiken aus internationalen Datenquellen zusammengetragen, um die besten und schlechtesten Länder in Sachen Tierschutz im Jahr 2021 zu ermitteln.
Die Studie legt insgesamt neun Kriterien fest, darunter die Anerkennung der Empfindungsfähigkeit und des Leidens von Tieren, Gesetze gegen Tierquälerei und der Einsatz von Pestiziden pro Hektar Anbaufläche.
Die Schweiz hat nur ein teilweises Pelzverbot, einen vergleichsweise geringen Anteil an Schutzgebieten und einen relativ hohen Pro-Kopf-Fleischkonsum.
Am kommenden 13. Februar 2022 werden die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das letzte Wort über einen Vorschlag von Tierrechtsgruppen zum Verbot von Tierversuchen haben, was für das Ranking sicher gut wäre.
Genfer Modell als Vorbild
Negativ wirkt sich immer auch die Hobby-Jagd aus. Die Schweizer Regierung wird nachdrücklich von der IG Wild beim Wild aufgefordert, die Anwendung nach dem Vorbild vom Kanton Genf, Art. 162: «Die Jagd auf Säugetiere und Vögel ist verboten. Massnahmen zur Regulierung der Wildtiere bleiben den Behörden vorbehalten», zu implementieren.
Was sind Tierrechte?
Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Überzeugung, dass allen Tieren das gleiche Grundmass an Mitgefühl zugestanden werden sollte wie den menschlichen Wesen. Man geht davon aus, dass Tiere nicht einfach nur Besitz sind – sie sind lebende, atmende Wesen, die Schmerz empfinden können. Dies anzuerkennen, ist einer der grundlegendsten Grundsätze der Tierrechte.
Einige Gruppen in der Tierrechtsbewegung, wie z. B. Veganerinnen und Veganer, gehen sogar noch weiter und lehnen alle tierischen Nebenprodukte ab, einschliesslich Leder und Milchprodukte. Sie argumentieren, dass Tiere, auch wenn sie ihr ganzes Leben lang erstklassig behandelt und auf humane Weise getötet werden, ihr Leben nicht durch den Menschen beenden sollten. Diese Personen sind generell gegen Tierversuche, den Einsatz von Tieren für schwere körperliche Arbeit, das Züchten und Töten von Tieren zur Herstellung von Lebensmitteln oder Kleidung, die Hobby-Jagd, selektive Zucht für andere Zwecke als das Wohlergehen der Tiere sowie Zoos und Tiere, die zur Unterhaltung verwendet werden.
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