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Jagd

Bleirückstände in Wildfleischprodukten

Redaktion Wild beim Wild — 21. Dezember 2022

Der Schweizer Tierschutz STS hat Wildfleischprodukte aus einheimischer Hobby-Jagd auf ihren Bleigehalt untersuchen lassen.

In 5 von 13 untersuchten Proben wurde Blei in Konzentrationen von über 0.05 mg/kg nachgewiesen. Die gefundenen Werte stellen für Erwachsene keine unmittelbare gesundheitliche Gefahr dar. Allerdings zeigen die Ergebnisse, dass der Einsatz von bleihaltiger Munition noch immer verbreitet ist. Um Menschen und fleischfressende Wildtiere keinem gesundheitlichen Risiko auszusetzen, spricht sich der STS für ein generelles Verbot bleihaltiger Jagdmunition aus.

Das Schwermetall Blei ist bereits in geringen Dosierungen schädlich für Mensch und Tier und reichert sich im Organismus an. Eine bedeutende Quelle für Bleivergiftungen liegt in der bleihaltigen Jagdmunition. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass in den Schweizer Alpen Steinadler und Bartgeier an Bleivergiftungen erlegen sind. Sie hatten Reste von Wildtieren gefressen, die mit bleihaltiger Munition geschossen wurden. Auch Wildbret für den menschlichen Konsum kann mit Blei kontaminiert sein, wie die Analyse von Wildfleischprodukten im Auftrag des STS ergab.

Zu hohe Werte

Nach jüngsten Erkenntnissen kann für Blei keine Dosis ohne negative Wirkung angegeben werden. Blei ist besonders für junge Menschen gefährlich und schädigt das Nervensystem. Das gilt auch für ungeborene Kinder. Für Wildfleisch ist kein spezifischer Bleigrenzwert festgelegt. Gemäss einer Verordnung des Bundes gilt für Fleisch von Rindern, Schafen, Schweinen und Geflügel (ausgenommen Nebenprodukte der Schlachtung) ein Höchstgehalt von 0.1 mg/kg Blei. Zwei der untersuchten Wildfleischprodukte haben diesen Wert fast um das Zwei- bzw. Vierfache überschritten.

Motion für Bleimunitionsverbot eingereicht

Die Analyseresultate zeigen, dass bleihaltige Munition immer noch zum Einsatz kommt, obwohl für Kugelmunition gute Alternativen vorhanden wären. Nationalrätin Martina Munz (SP/SH), Mitglied Zentralvorstand Schweizer Tierschutz STS, verlangt in einer Motion ein weitgehendes Verbot von Bleimunition. Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion. Bis es so weit ist, gilt die Empfehlung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Kleine Kinder, Stillende, Schwangere und Frauen, die Kinder bekommen möchten, sollen möglichst auf den Konsum von mit Bleimunition erlegtem Wildfleisch verzichten.

Mehr dazu im Dossier: Jagd und Tierschutz

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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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