Hobby-Jagd fördert Krankheiten
Nur Zecken, die vorher infizierte Tiere gebissen haben, sind dafür verantwortlich, dass sich Menschen anstecken.
Immer im August schlüpfen die schwarzenbeinigen Borreliose übertragenden Zecken.
Die Anzahl der Menschen, die sich mit Borreliose und anderen von Zecken übertragenen Krankheiten anstecken, ist in Europa und Nordamerika steigend. Auch von den omnipräsenten weissen Mäusen und anderen kleinen Säugetieren, welche die gefürchteten Krankheitserreger in und auf sich tragen, ernähren sich die kleinen schwarzen Parasiten.
Aber dem müsste nicht so sein. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass das Aussterben von Mäuse jagenden Beutegreifern, insbesondere des Fuchses, Ursache für die steigende Anzahl der von Zecken übertragenen Erkrankungen ist.
Abriss der Studie
In Gebieten, in welchen die Aktivität von Beutegreifern höher ist, fand der Forscher Tim R. Hofmeester 10 bis 20 Prozent weniger neugeschlüpfte Zecken auf den Nagern. Die Studie zeigte auch, dass die «Nymphen» zu 15 Prozent häufiger infiziert sind, wenn sie in einer Gegend mit geringer Aktivität von Fuchs und Steinmarder leben.
«Dies ist die erste Publikation, die zeigt, dass Beutegreifer gut für unsere Gesundheit sind», sagt Dr. Taal Levi, ein Ökologe der Oregon State University. Die Studie wurde in Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht.
«Die Quintessenz ist, dass wir die Rolle der Beutegreifer im Kampf gegen die Zecken nicht unterschätzen sollten», sagt Richard S. Ostfeld, ein leitender Wissenschaftler am Cary Institut of Ecosystem Studies. Die Hobby-Jagd scheitert als Populationskontrolle.
Stand 2026: Die Lage hat sich verschärft
Die Hofmeester-Studie ist heute aktueller denn je. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 686 FSME-Fälle gemeldet. Für 2025 rechnen Forschende der Universität Hohenheim mit einem neuen Rekord. In der Schweiz erreichten die FSME-Zahlen im Januar 2025 den höchsten Stand seit 2013. Der Klimawandel verlängert die Zeckensaison.
Weniger bekannt, aber medizinisch ebenso relevant: In Deutschland erkranken jährlich bis zu 2’000 Personen am Hantavirus, einem weiteren Erreger, der von Mäusen übertragen wird und durch ein intaktes Beutegreifer-System nachweislich in Schach gehalten werden kann.
2025 berichteten Medien über steigende Fuchsbandwurm-Infektionen in Europa. In Luxemburg sank die Befallsrate der Füchse nach dem Jagdverbot von 40 auf unter 10 Prozent. Bejagung destabilisiert Territorien, erhöht Wanderbewegungen und verbreitet den Parasiten.
Mehr dazu im Dossier: Der Fuchs in der Schweiz: Meistgejagter Beutegreifer ohne Lobby
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