Kirchlicher Segen für Hobby-Jäger: Kritik
Zum Hubertustag, dem Gedenktag des Heiligen Hubertus von Lüttich am 3. November, kritisiert die IG Wild beim Wild derartige Ausrichtungen des Gottesdienstes.
Hubertusmessen widersprechen christlicher Ethik
Hubertusmessen, die vornehmlich von der Hobby-Jägerschaft mitverantwortet und besucht werden, sind nicht mit der christlichen Ethik der Achtung vor dem Leben vereinbar.
Sie bilden häufig den Auftakt zu den besonders grausamen Drück- und Treibjagden sowie Sonderjagden, bei denen die Hobby-Jägerschaft tierquälerisch durch die Wälder zieht und unzählige Wildtiere hetzt, verletzt und tötet. Die IG Wild beim Wild appelliert daher an die Kirchenvertretenden, sich künftig von den gewaltverherrlichenden und sektiererischen Messen zu distanzieren.
«Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für die Hobby-Jagd, denn sie ist nicht dazu geeignet, Bestände dauerhaft zu regulieren. Hobby-Jagd bedeutet nicht weniger Wildtiere, sondern mehr Geburten.»
IG Wild beim Wild
Hobby-Jagd ist keine Bestandesregulierung
Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben bei Drückjagden bis zu zwei Drittel der Wildtiere nicht sofort. Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten die Tiere, leiden unter den Verletzungen oft tagelang und sterben qualvoll, wenn sie bei der sogenannten Nachsuche nicht gefunden werden.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Hobby-Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt.
«Einen Gottesdienst zu feiern, der der Hobby-Jägerschaft den symbolischen Segen für das systematische Töten wehrloser Mitgeschöpfe gibt, sendet ein völlig falsches Signal. Kirchen müssen für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, nicht für ihre Zerstörung.»
Julia Bielecki, Theologin
Die Legende des Heiligen Hubertus
Gemäss der überlieferten Legende wurde Hubertus um 655 als Sohn eines Edelmannes geboren und starb im Jahre 728. Anfangs führte er ein vergnügungssüchtiges Leben und war ein leidenschaftlicher Jäger. Als er eines Tages bei der Jagd einen Hirsch aufgespürt hatte und ihn verfolgte, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: «Hubertus, warum jagst du mich?» Hubertus stieg vom Pferd und kniete vor dem Hirsch nieder. Von diesem Moment an beendete Hubertus das Jagen.

Christliche Ethik und die Hobby-Jagd
Es steht nirgends geschrieben, dass Jesus Christus jemals Tiere gejagt hat. Das wäre auch sehr widersinnig, denn Gottes 5. Gebot lautet «Du sollst nicht töten». Jede Hobby-Jagd ist aber mit dem Töten verbunden.
Der Sinn der Hubertuslegende ist doch wohl dieser, dass der Mensch in Einklang und Frieden mit der Natur und den Tieren leben soll. Er soll nicht der Jäger, sondern der Beschützer und der Freund der Tiere sein.
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