Nach Schafrissen wird ein Wolf im Goms gejagt
Dass im Goms nach über 20 Jahren Wolfspräsenz noch immer ungeschützte Schafe sömmern, ist ein Skandal und verstösst potentiell gegen das Tierschutzgesetz. Denn dieses verpflichtet Tierhalter, ihre Tiere vor bekannten Gefahren zu schützen.
Staatsrat Frédéric Favre hat den Abschuss eines Wolfes im Goms angeordnet.
Revidierte Verordnung senkt Schwelle
Das Beutegreifertier hat mehr als zehn Schafe in einer geschützten Situation sowie auf einer Alpe, auf der keine Schutzmassnahmen möglich sind, getötet. Damit sind gemäss der revidierten Verordnung zum Bundesgesetz über die Jagd (JSV), die am 15. Juli 2021 in Kraft getreten ist, die Voraussetzungen für die Anordnung eines Einzelwolfabschusses erfüllt.
Die Schafe wurden also wieder einmal im Wallis vorsätzlich einer tödlichen Gefahr ausgesetzt.
Wird wieder der falsche Wolf erschossen?
Wölfe in freier Wildbahn haben weder ein Namensschild, Ohrmarke oder Ausweis. Deshalb lässt sich nur mit einer DNA-Probe feststellen, um welches Individuum es sich handelt. Gemäss dem kantonalen Wolfsmonitoring geht man im Goms von vermutlich zwei Einzelwölfen aus.
Herdenschutzhunde sind dort nötig, wo Nutztiere mitten im Wolfsgebiet gehalten werden!
Wieso kann jeder Hanswurst und Heiri Schafe und Ziegen dort parkieren und sich breit machen, wo eigentlich Wildtier-Territorium ist? Über 200’000 Schafe werden jährlich für ein paar Monate in die Berge gekarrt, was die Steuerzahlenden dutzende Millionen Franken an Subventionsbeiträgen kostet.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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