Bern: Kritik an Kant. Bernische Trophäenausstellung
Freitag und Samstag, 31. Januar und 1. Februar 2025 findet der 89. Pelz- und Fellmarkt Thun statt. Die IG Wild beim Wild kritisiert die Kantonal Bernische Trophäenausstellung und ruft dazu auf, die Messe zu meiden. Töten als „Zeitvertreib“ ist eine Unkultur.
Der Anlass ist mehrheitlich ein reines Jägertreffen, um sich an den Opfern der vergangenen Jagdsaison zu ergötzen. Wie primitive Buschleute in den tropischen Urwäldern gerne ihre Schrumpfköpfe zur Schau stellen, finden auch Berner Hobby-Jäger Gefallen daran, in der Öffentlichkeit negativ mit dem Trophäen-Kult aufzufallen.






Obwohl es keinen nachvollziehbaren und wissenschaftlichen Grund für die Jagd auf Tierarten wie zum Beispiel Rabenkrähen, Saatkrähen, Eichelhäher, Elster, verwilderte Hauskatze, Waschbär, Marderhund, Fuchs und Dachs auf der Niederjagd gibt, werden die Wildtiere und auch Haustiere jährlich vornehmlich als „Freizeitbeschäftigung“ von Hobby-Jägern getötet. Es gibt für diese Tierarten auch keine kantonale Abschussvorgabe wie beim Hirsch oder Reh.
Wer sinnlos tötet, schützt nicht und der zivilisierten Gesellschaft nützt es nichts. Hobby-Jäger sorgen somit nicht für gesunde oder natürliche Wildbestände, insbesondere nicht mit ihrer abscheulichen Fuchsjagd.
Trophäenjagd
Die IG Wild beim Wild kritisiert, dass der Veranstalter Messezentrum Thun Expo militanten Menschen eine Plattform bietet, die einer Gewaltkultur, im Rahmen eine falsch verstandenen Naturerfahrung, frönen.
Es ist geschmacklos, das Töten von Tieren als eine Art unterhaltsamen ‚Freizeitsport‘ auf anzupreisen. Unter dem Deckmantel der Naturverbundenheit verursacht die Jagd unermessliches Leid – jedes Jahr werden viele Tiere durch Fehlschüsse verwundet oder sinnfrei terrorisiert. Viele von ihnen sterben langsam und qualvoll.
Hobby-Jäger in der Schweiz sind laut Medienberichten nachweislich Jahr um Jahr im vierstelligen Bereich in Gesetzesübertretungen, wie Verstösse gegen das Jagdrecht, Wilderei, Waffenschmuggel, Umwelt– und Verkehrsdelikte, Tierschutzverstösse und weitere Straftaten involviert.
Im Rahmen der Hobby-Jagd kommen Praktiken zum Einsatz, die das Tierschutzgesetz eigentlich verbietet. Dabei fügen Hobby-Jäger den empfindsamen Lebewesen häufig erhebliche Schmerzen zu. Zudem ereignen sich jährlich Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten.
Unlängst hat ein Gericht in Bellinzona festgehalten: Wegen dieser Hobby-Jägern leiden Wildtiere in der Schweiz oder praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird von Hobby-Jägern gefördert.
Hobby-Jagd laut Experten nicht notwendig
Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten statt. Beutegreifer wie Fuchs, Luchs oder Wolf haben auch einen positiven Einfluss im natürlichen Ökosystem. Förster haben dies unlängst erkannt. Auch englische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Hobby-Jagd ist daher unnötig, kontraproduktiv und grausam.
Die IG Wild beim Wild fordert ein Verbot der Hobby-Jagd.

