Tierrechte

„Lebst du schon vegan oder noch brutal?“

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Eine Aktivistin trendet in den sozialen Medien wie Youtube mit ihren provokanten Aussagen.

Die einen verehren sie als mutige Kämpferin der Tierrechte. Andere nennen sie „die nervigste Veganerin der Welt“. Die Rede ist von Raffaela Raab, die unter dem Namen „die militante Veganerin“ für Furore sorgt.

Der User-Name sei dabei immer schon „ein Scherz“ gewesen, „da sowieso alle Veganer als militant, radikal oder extremistisch bezeichnet werden“, verrät die 26-Jährige gegenüber watson.

Bereits vor einigen Monaten sind Videos, vor allem auf TikTok, durch die Decke gegangen. Seitdem ist die „militante Veganerin“ vielen Usern im Netz ein Name. Mehr als 345’000 Follower hat sie auf der Plattform. Ein Grossteil ihres Contents besteht daraus, dass sie Leute auf der Strasse versucht, vom Veganismus zu überzeugen. Dabei sagt sie immer schonungslos ihre Meinung. Fleisch aus dem Supermarkt bezeichnet sie als Leichenteile, Massentierhaltung nennt sie Konzentrationslager, aber auch Wörter wie „verrecken“ nutzt sie nicht selten. Und „solange du nicht vegan lebst, bist du ein Tierschänder“, wirft sie etwa einem jungen Mann in einem ihrer Videos vor.

Aktivistin verurteilt Milchproduktion: „Kuh wird vergewaltigt“

Vor solchen Aktionen scheut sich die Aktivistin nicht. Sie kritisiert alle, die nicht ihre Ansicht teilen. Sogar Vegetarier, die sich als tierlieb bezeichnen, seien Tierschänder und Heuchler, wie sie in ihren Videos oft klarstellt. Im Gespräch erklärt sie, warum: „Eine Kuh, die Milch produziert, macht das für ihr Kalb. Die Kuh wird durch Menschenhand vergewaltigt und penetriert, damit sie schwanger wird. Dann nimmt man ihr das Kalb weg, um die Milch selbst zu trinken.“

„Es geht um die Grundrechte von fühlenden Wesen, um unabhängig von der Spezies nicht versklavt zu werden.“

Raabs Aktivismus richtet sich vor allem gegen den Speziesismus, welchen sie bekämpfen will. Ein Speziesist ist jemand, der die Menschen gegenüber anderen Arten als überlegen empfindet und sich berechtigt fühlt, diese nach dem eigenen Gutdünken zu behandeln.

„Ich hoffe, bis in fünf oder zehn Jahren gibt es die ersten Gesetze, was die Aufhebung des Objektstatus von Tieren betrifft“, sagt sie. Solange dies noch nicht passiert sei, werde sie weiterhin die militante Veganerin bleiben und Leute auf offener Straße ansprechen mit: „Lebst du schon vegan oder noch brutal?“