Klimawandel und Wildtiere in den Alpen
Weniger Schnee im Winter und die Hitze im Sommer bringen Wildtiere in Bedrängnis.
Der Klimawandel stellt eine ernsthafte Bedrohung für Wildtiere in den Alpen dar, besonders für Tiere wie Murmeltiere und Schneehühner.
Die damit verbundene Erwärmung lässt sich nicht wegreden. Gletscherschwund und schmelzender Permafrost zeugen unbestreitbar davon. Von der Klimaerwärmung profitieren auch die Zecken. Für die Zeckenaktivität ist der Monat April entscheidend: Ist dieser besonders sonnig und warm, werden besonders viele Zeckenstiche verzeichnet.
Die geringeren Schneemengen im Winter und die Sommerhitze beeinflussen die Nahrungsaufnahme und Überlebenschancen.
- Murmeltiere haben Probleme, genügend Fettreserven für den Winter anzulegen, da sie bei Hitze in ihre kühlen Höhlen flüchten und nachts kaum Nahrung finden können. Murmeltiere können weder hecheln noch Schweiss absondern, um sich zu kühlen und sind eigentlich tagaktiv. Milde Winter führen zu einem Rückgang der Isolation ihrer Bauten, was sie anfälliger für Kälte und Parasiten macht. Forscher haben festgestellt, dass sich Alpenmurmeltiere immer schlechter an Umweltveränderungen anpassen können, da ihre genetische Vielfalt aussergewöhnlich gering ist – geringer als bei allen anderen wild lebenden Säugetieren. Das Risiko eines Rückgangs der Population ist erhöht.
- Zecken hingegen profitieren von den höheren Temperaturen, breiten sich in höhere Lagen aus und erhöhen somit das Risiko von Krankheiten bei Wildtieren.
- Schneehühner und Schneehasen verlieren in vielen Alpengebieten ihren Lebensraum, da sie sich aufgrund der Erwärmung in höhere Berglagen zurückziehen müssen. Das Fehlen von Schnee gefährdet ihre Tarnung und macht sie anfälliger für Raubtiere.
- Steinböcke, Gämsen, Hirsche und Rehe sind in unterschiedlicher Art betroffen. In schneearmen Wintern finden sie leichter Futter, ohne dieses unter Schnee und Eis hervor scharren zu müssen. Zugleich ist damit aber die natürliche Selektion, welche kalte, harte Winter mit sich bringen würden, eingeschränkt.
- Ein Adlerpaar schlägt bis zu 70 Murmeltiere in einer Saison, um seine Jungen aufzuziehen. Würden die Murmeltier-Bestände abnehmen, müsste sich der Adler zunehmend andere Beutetiere greifen. Unter anderem Schneehasen oder Schneehühner.
Der Einfluss des Menschen auf die Tierwelt darf nicht übersehen werden. Der Klimawandel könnte zwar nicht unmittelbar existenzbedrohend sein, bringt jedoch komplexe Risiken mit sich, die durch menschliche Aktivitäten verstärkt werden.
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