Klimakrise verschärft Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren
Hitzewellen, Dürren und Extremereignisse verschärfen Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren. Die Klimakrise treibt Tiere in besiedelte Gebiete.
Immer mehr Beweise deuten darauf hin, dass Hitzewellen, Dürren und andere Extremereignisse tödliche Zusammenstösse zwischen Menschen und Wildtieren verstärken können.
Extreme Wetterereignisse treiben Wildtiere in menschliche Gebiete
Sowohl extreme Klimaereignisse als auch die langfristigen Auswirkungen der globalen Erwärmung könnten tödliche Zusammenstösse zwischen Menschen und Wildtieren verstärken, so Dr. Briana Abrahms, Assistenzprofessorin für Biologie an der University of Washington.
In der Fachzeitschrift Science schreibt Dr. Abrahms, es gebe immer mehr Hinweise darauf, dass extreme Wetterereignisse wie Dürren, Hitzewellen und Waldbrände zu mehr Zusammenstössen zwischen Menschen und Wildtieren führen könnten.
«Hier im amerikanischen Westen haben wir gerade einen enormen Anstieg von extremen Waldbränden erlebt. Wenn das passiert, sind die Tiere gezwungen, aus dem Wald zu fliehen und landen oft in vom Menschen beherrschten Gebieten», sagte sie.
Hitzewellen im Meer und Wale
Separate Forschungsarbeiten haben einen Zusammenhang zwischen Hitzewellen im Meer und vermehrten Konflikten zwischen grossen Walen und Menschen festgestellt.
«In den Jahren 2015 und 2016 gab es einen dramatischen Anstieg der Zahl der Wale, die sich vor der Westküste der USA in Fischereigeräten verfangen hatten», so Dr. Abrahms. Die Hitzewelle führte zu Veränderungen in der Verteilung der Fische, was wahrscheinlich dazu führte, dass Wale und Fischereigemeinschaften in engeren Kontakt kamen.
Dr. Abrahms verwies auf eine frühere Studie, in der festgestellt wurde, dass sich die Konflikte zwischen Menschen und Eisbären in der kanadischen Hudson-Bucht über einen Zeitraum von 30 Jahren verdreifacht haben, als das Meereis zurückging und die Bären gezwungen waren, mehr Zeit an Land zu verbringen.
«Wir müssen uns ansehen, wie weit verbreitet dies ist. Eine konzertierte Anstrengung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, den Einfluss des Klimawandels auf diese Konflikte zu berücksichtigen, könnte uns helfen, das Auftreten dieser Konflikte vorherzusehen – und sie vielleicht sogar zu vermeiden.»
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