Reh im Flex-Zaun verendet: Vereinspräsident verurteilt
Dem Mann wurde ein Strafbefehl wegen fahrlässiger Tierquälerei zugestellt, da er der Präsident des Schützenvereins war. Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland droht ihm mit einer Geldstrafe von 1'800 Franken, wenn er innerhalb der dreijährigen Probezeit erneut gegen das Gesetz verstösst. Obwohl der Mann kein Tier erschossen hat, sind Tiere gestorben.
Flex-Zäune als Todesfalle für Wildtiere
Der Präsident eines Schützenvereins in der Region Winterthur wurde verurteilt, weil er sich nicht um einen neuen Zaun gekümmert hatte, nachdem ein Reh in einem Flex-Zaun verendet war.
Jedes Jahr finden laut dem Schweizer Tierschutz zwischen 3’000 und 4’500 Wildtiere in Zäunen einen qualvollen Tod. Die Anzahl verletzter Tiere liege wahrscheinlich nochmals rund viermal höher. Auch Jagdgesellschaften warnen vor den mobilen Zäunen. Aus diesem Grund hatte die ehemalige Gemeinde Waltalingen beispielsweise das Aufstellen von Elektroweidenetzen in ihrer Polizeiverordnung verboten. Nun hat die Gemeinde Stammheim, zu der Waltalingen mittlerweile gehört, an ihrer Gemeindeversammlung Anfang Jahr diese Regelung in die neue Polizeiverordnung übernommen.
Das Veterinäramt und Jagdgesellschaften warnen vor der Gefahr für Wildtiere durch solche Zäune.
Vorhersehbares Tierleid nicht verhindert
Bereits zuvor war ein Reh in dem gleichen Zaun verendet, und obwohl die Gemeinde plante, die Schiessanlage zu schliessen, wurde der gefährliche Zaun nicht ersetzt.
Der Beschuldigte versäumte es, eine tierfreundliche Lösung für den Zaun zu finden, was dazu führte, dass sich erneut ein Reh verfing. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war für ihn vorhersehbar, dass sich wieder ein Reh verfangen könnte, was ja tatsächlich auch passierte.
Wie «Der Landbote» nun berichtet, wurde der Beschuldigte daher wegen Tierquälerei zu einer bedingten Strafzahlung verurteilt. Auf Anfrage wollte er sich dazu nicht äussern.
Gemeinde wartet auf wildtierfreundlichen Zaun
Die Justiz und das Veterinäramt sind sich nicht immer einig in solchen Fällen, wie ein ähnlicher Fall aus dem Jahr 2018 in Andelfingen zeigt.
In der betroffenen Gemeinde hat man den Flex-Zaun entfernt und wartet nun auf die Rückmeldung des Schützenvereins für einen neuen, wildtierfreundlichen Zaun, um Unfälle in Zukunft zu vermeiden.
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