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Jagd

Hobby-Jäger gegen Tierschützer in Basel-Landschaft

Dem Tierschutz-Aktivisten Olivier Bieli wurden bei einer Treibjagd-Beobachtung die Reifen zerstochen. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

Redaktion Wild beim Wild — 23. Dezember 2023

Reifen am Einsatzfahrzeug zerstochen

Am vergangenen Samstag wurden am Einsatzfahrzeug des Tierschutz-Aktivisten Olivier Bieli von «Hunt Watch» zwei Reifen zerstochen.

Bieli vermutet, dass jemand versucht, ihn einzuschüchtern.

Es gibt Unstimmigkeiten zwischen den Baselbieter Jagdgesellschaften und dem Tierschützer Olivier Bieli. Bieli, ein Polizist aus Basel, dokumentiert regelmässig die Treibjagden der Hobby-Jägerschaft, filmt sie und teilt das Material auf seiner Facebook-Seite «Hunt Watch». Die Stimmung in den Beiträgen ist aufgeheizt, es wird den Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jägern «Mord» vorgeworfen. Die Hobby-Jägerschaft stört sich immer mehr an Bielis Aktivismus.

Anzeige gegen Bieli fallen gelassen

Im Frühjahr dieses Jahres wurde Bieli von der Baselbieter Jagdbehörde angezeigt, da er die Hobby-Jägerschaft bei ihrer Arbeit behindert haben soll. Bieli betont jedoch, dass er nur beobachtet und die Anzeige wurde fallen gelassen. Am letzten Samstag, dem 16.12.2023, begleitete Bieli und vier weitere Personen die tierquälerischen Treibjagden im Baselbiet.

Nachdem die Treibjagd in Bubendorf ohne ersichtlichen Grund abgebrochen wurde, wechselte das fünfköpfige Team nach Bretzwil. Doch auch dort konnten die Hobby-Jäger von Bieli nicht ausfindig gemacht werden. Schliesslich fand Bieli die Hobby-Jäger in Ziefen und folgte ihnen zwanzig Minuten lang durch das Jagdgebiet.

Als Bieli zu seinem Einsatzfahrzeug zurückkehrte, fand er beide Reifen auf der Fahrerseite zerstochen vor. Er erstattete Anzeige. Die Polizei ermittelt gegen eine unbekannte Täterschaft. Bieli vermutet, dass die Tat aus dem Kreis der Hobby-Jägerschaft stammt und darauf abzielt, ihn einzuschüchtern. Der Obmann einer Jagdgesellschaft bestreitet jedoch eine Verbindung zu dem Vorfall.

Der Baselbieter Jagdmeister Martin Thommen distanziert sich von der Tat und betont, dass die Hobby-Jägerschaft Anweisungen erhalten habe, wie sie sich gegenüber Tierschützerinnen und Tierschützern verhalten sollen. Dennoch fühlen sie sich von der Begleitung durch «Hunt Watch» gestört. Bieli wiederum berichtet von Unterstützung aus der Bevölkerung, die die Hobby-Jagd kritisiert, aber aus Angst vor Repressalien schweigt.

Hobby-Jagd dient nicht der Populationskontrolle

Jagdgesellschaften und die Hobby-Jagd im Allgemeinen geraten seit Jahren regelmässig in die Kritik von Tierschützerinnen und Tierschützern, die dahinter Tierquälerei und sinnfreie Gewalt sehen. Dass die tierquälerischen Treibjagden zur Populationskontrolle des Wildtierbestands eingesetzt werden, um die Balance zwischen Landwirtschaft, Natur und Mensch aufrechtzuerhalten, ist ein Märchen. Beim Begriff Treibjagd handelt es sich um eine Bewegungsjagd, bei der Hunde oder Treiber alle Wildtiere dazu bringen, die Deckung zu verlassen. Es wird auf alles geschossen, was sich bewegt.

Da loben wir uns den Kanton Genf mit einem professionellen Wildtiermanagement ohne Hobby-Jägerschaft, aber mit integren Wildhütern. Am Genfersee gibt es Rebberge und andere Kulturen, wie in der Restschweiz auch. Offenbar haben sie dort aber menschliche und ethische Ansätze im Umgang mit Wildtieren und intelligente Massnahmen, um Kulturen zu schützen. Wildhüter veranstalten auch keine Treibjagden oder benötigen dazu Jagdhunde. Es werden in Genf keine Füchse, Marder, Dachse, Vögel usw. reguliert, nur weil willkürlich eine Jagdzeit angesetzt ist. Dafür finden praktische Vergrämungsmassnahmen und sinnvolle Aufklärung und Hilfestellungen sowie Weiterbildung in der Bevölkerung mit den Wildhütern statt. Sicherheit, Fachwissen, Tierschutz und Ethik sind die Devise.

Sie können mit Barmherzigkeit allen Tieren und unserem Planeten helfen. Wählen Sie Mitgefühl auf Ihrem Teller und in Ihrem Glas. Go vegan.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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