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Kriminalität & Jagd

Strafanzeige wegen Jagdschiessanlage im Kanton Zürich

Die Strafanzeige richtet sich gegen die Betreiber der Jagdschiessanlage, Jagd Zürich, Jagd-Club Zürich sowie die Jagd- & Fischereiverwaltung Kanton Zürich. Aus Sicht des Vereins Pro Töss-Auen verstossen Gemeinde, Kanton und Betreiber seit Jahrzehnten gravierend gegen Naturschutz-Auflagen. Der Verein hat zudem gegen die Gemeinde Embrach und den Kanton Zürich eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht. Er sieht die Behörden in der

Redaktion Wild beim Wild — 27. August 2018

Die Strafanzeige richtet sich gegen die Betreiber der Jagdschiessanlage, Jagd Zürich, Jagd-Club Zürich sowie die Jagd- & Fischereiverwaltung Kanton Zürich. Aus Sicht des Vereins Pro Töss-Auen verstossen Gemeinde, Kanton und Betreiber seit Jahrzehnten gravierend gegen Naturschutz-Auflagen.

Der Verein hat zudem gegen die Gemeinde Embrach und den Kanton Zürich eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht. Er sieht die Behörden in der Pflicht, die Schiessanlage endlich zu schliessen.

20 bis 30 Tonnen Schadstoffe jährlich

In der Jagdschiessanlage Embrach werden als Folge des Schiessbetriebs in einem bundesrechtlich geschützten Naturschutzgebiet jedes Jahr 20 bis 30 Tonnen schadstoffhaltige Wurfscheibefragmente und Munition abgelagert, da lediglich jener Anteil der verwendeten Scheiben und Schrotbecher abgeführt wird, der mit einem Sauggerät eingesammelt werden kann. Von den rund 10 bis 15 Tonnen verschossener Munition, Blei und Stahl, bleibt naturgemäss der Löwenanteil liegen, da diese Geschosse mit viel Wucht sehr weit fliegen, und so auch in der Töss und auf dem gegenüberliegenden Flussufer landen.

Die Sanierung der ganzen Umgebung soll mehrere Millionen kosten und vom Steuerzahler und nicht von den Hobby-Jägern bezahlt werden.

Der seit 2007 zuständige Baudirektor Markus Kägi (SVP) ist ein leidenschaftlicher Hobby-Jäger und macht seine umweltschädigenden Schiessübungen auch in dem Naturschutzgebiet.

Von den 18 Wildtierkorridoren mit überregionaler Bedeutung sind im Kanton Zürich zudem noch immer 16 beeinträchtigt oder unterbrochen.

Volksabstimmung «Wildhüter statt Jäger»

Bei der Volksabstimmung geht es darum, dass der Kanton Zürich «ein kantonweites Wildtier-Management mit professionell ausgebildeten Wildhüterinnen und Wildhütern» einführen soll, welches die Risikogruppe Amateur-Hobby-Jäger ersetzt. Dabei soll, nach dem Vorbild vom Kanton Genf die natürliche Regulierung des Wildtierbestandes im Vordergrund stehen. Dieses System hat sich seit über 40 Jahren zur Zufriedenheit aller im Kanton Genf kostengünstig bewährt und ist weit über die Landesgrenze in Fachkreisen als Vorbild anerkannt.

Wildhüterinnen und Wildhüter sollen Wildtiere auch nicht mehr grundlos quälen und/oder abschiessen (200 gesunde Füchse pro Monat in Zürich, Singvögel, Wasservögel usw.). Derartiger «Naturschutz à la Hobby-Jäger» passe nicht mehr in eine zivilisierte Gesellschaft.

Die Hobby-Jagd im Kanton Zürich schützt und nützt mehrheitlich gar nichts. Nicht einmal dem Feldhasen, der auf der roten Liste steht.

IG Wild beim Wild

Genfer Modell als Vorbild

Das Revierjagdsystem im Kanton Zürich hat sich nicht bewährt und ist seit bald 100 Jahren ein unwissenschaftlicher, tierschutzwidriger, kostenintensiver und ökologischer Flickenteppich.

Da ist der Kanton Genf mit seinem modernen Wildtiermanagement mit Wildhütern Jahrzehnte voraus. Dort braucht es keine Treib- und Drückjagden mit bellenden Jagdhunden, obwohl immer sehr viele Wildtiere aus den umliegenden Gebieten in den Kanton Genf flüchten (insbesondere Wildschweine) und bleiben, wenn in Frankreich oder Kanton Waadt Treibjagden praktiziert werden. Mehr zum Tierschutzproblem der Hobby-Jagd und warum die Hobby-Jagd als Populationskontrolle scheitert.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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