10. April 2026, 00:05

Geben Sie oben einen Suchbegriff ein und drücken Sie Enter, um die Suche zu starten. Drücken Sie Esc, um den Vorgang abzubrechen.

Jagd

Hobby-Jäger gefährden Menschen und Tiere

Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

Redaktion Wild beim Wild — 25. Juli 2018

Gefahr für alle Lebewesen: Regelmässig werden auch Menschen durch Hobby-Jäger getötet oder verletzt. Erst am vorletzten Wochenende wurde eine Sechsjährige im thüringischen Saara mutmasslich durch einen von einem Hobby-Jäger abgegebenen Schuss schwer verletzt. Am darauf folgenden Montag starb ein Mann bei einem Jagdunfall im nordrhein-westfälischen Ochtrup, zwei Tage später ein Hobby-Jäger durch einen Schuss bei der Vertreibung von Wildtieren auf einem Feld in Unterwellenborn in Thüringen. Ebenso wird jedes Jahr Millionen Waldtieren grosses Leid angetan. PETA fordert seit Jahren ein Verbot dieser fragwürdigen Freizeitbeschäftigung. Eine im Auftrag der Tierrechtsorganisation in diesem Monat durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage bestätigt, dass mit 49 Prozent auch die Mehrheit der Bundesbürger die Hobby-Jagd ablehnt.

Das verantwortungslose und unreflektierte Verhalten der Hobby-Jäger stösst in der Bevölkerung zunehmend auf Kritik. Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Tragödien, weil schiesswütige Spassjäger verantwortungslos in der Gegend herumballern. Ein Eingreifen des Gesetzgebers ist längst überfällig.

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA

Forsa-Umfrage: 49 % gegen die Hobby-Jagd

1’064 Menschen hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa für PETA zwischen dem 3. und 5. Juli 2018 danach gefragt, wer die Berechtigung zur Jagd haben sollte. Dabei kristallisierte sich heraus, dass sich eine knappe Mehrheit der Deutschen gegen die Hobby-Jagd ausspricht: 49 Prozent sind der Meinung, nur Berufsjäger sollten jagen dürfen. 45 Prozent hingegen sind der Ansicht, dass die Hobby-Jagd auch als Hobby erlaubt sein sollte.

Frauen, Befragte aus Grossstädten mit mehr als 500’000 Einwohnern und Anhänger der Linkspartei lehnen die Hobby-Jagd laut der Umfrage häufiger ab als der Durchschnitt. Hobby-Jäger werden überdurchschnittlich häufig von Männern, Personen aus Orten mit weniger als 5’000 Einwohnern sowie Anhängern der Union, der FDP und der AfD befürwortet.

Bis zu 70 % der Tiere nicht sofort getötet

Immer wieder verursachen Hobby-Jäger grosses Leid bei Mensch und Tier. Mehrere Dutzend Deutsche werden Jahr für Jahr durch Jagdwaffen getötet oder verletzt. Bei Treib- und Drückjagden werden Wildtiere mit Hunden in Todesangst versetzt und vor die Gewehre getrieben. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz werden dabei bis zu 70 % nicht sofort getötet. Sie flüchten verwundet mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Därmen, quälen sich oft tagelang und sterben einen langsamen und schmerzhaften Tod. Auch bei der Fallenjagd leiden viele Tiere oft mehrere Tage mit zerquetschten Gliedmassen in den Fangeisen.

Derartige Praktiken sind eine inakzeptable, brutale Form der Freizeitbeschäftigung, die immer häufiger kritisiert wird. Anerkannte Wissenschaftler und Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Hobby-Jagd besteht. Unter anderem der renommierte Wildbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf betont, dass sich Tierpopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit, Sozialgefüge und Krankheiten selbst regulieren. Die Hobby-Jagd zerstört dieses natürliche Gleichgewicht und führt zu einem Populationsanstieg. Populationsrückgänge betroffener Arten sind fast ausschliesslich auf den Lebensraumverlust durch intensive Landwirtschaft und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen. Mehr zum Tierschutzproblem der Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden