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Jagd

Einmal mehr Schande über die Hobby-Jäger

In Schottland offerieren verschiedene Tourismusunternehmen wilde Ziegen zu jagen. Die Tiere, die keine natürlichen Feinde haben, werden dort als invasive, nicht heimische Art eingestuft, und ihre Jagd ist nicht illegal. Es wird angenommen, dass heute mehr als 3’000 der Tiere in Herden in ganz Grossbritannien leben, nachdem sie von Steinzeitmenschen vor rund 5’000 Jahren eingeführt

Redaktion Wild beim Wild — 26. Oktober 2018

In Schottland offerieren verschiedene Tourismusunternehmen wilde Ziegen zu jagen. Die Tiere, die keine natürlichen Feinde haben, werden dort als invasive, nicht heimische Art eingestuft, und ihre Hobby-Jagd ist nicht illegal. Es wird angenommen, dass heute mehr als 3’000 der Tiere in Herden in ganz Grossbritannien leben.

Nun sorgen Bilder, die TV-Moderatorin Larysa Switlyk auf ihr Instagram-Profil stellte, für Aufruhr. Sie posierte neben einer toten Geiss und grinst dämlich in typischer Hobby-Jäger-Manier in die Kamera. «Wunderschöne wilde Ziege hier auf der Insel Islay in Schottland.» Und: «Es machte solchen Spass! Sie leben am Rand der Klippen und sind Meister im Verstecken.»

Larysa Switlyk
Larysa Switlyk

Politik schaltete sich ein

Der britische Brexit-Sekretär der schottischen Regierung, Mike Russell, sagte BBC Schottland, dass die Postings der Pseudo-Jägerin «entsetzlich» seien, und forderte die sofortige Einstellung der Ziegenjagd auf der Insel. «Leute in Tarnanzügen zu sehen, die sich mit leistungsstarken Scharfschützengewehren über das Töten von Ziegen freuen, ist einfach inakzeptabel.»

Larysa Switlyk
Larysa Switlyk

Judy Murray, Mutter des Tennisstars Andy Murray, sah die Bilder auch und twitterte: «Schande!» Sie bat die Regierung einzugreifen.

Und Schottlands Erste Ministerin, Nicola Sturgeon, sagte, die Regierung werde die aktuelle Situation prüfen und eine entsprechende Gesetzesänderung in Erwägung ziehen. Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd und zur Psychologie der Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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