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Tierwelt

Ochsenfrosch in Deutschland: Importverbot hätte Problem verhindert

Das Verbot des Imports und Handels mit exotischen Tieren stellt eine nachhaltigere und langfristigere Lösung dar, um das Problem mit sogenannten invasiven Arten zu bekämpfen.

Redaktion Wild beim Wild — 11. März 2025

Wäre ein solches Importverbot bereits vor Jahren in Kraft getreten, gäbe es keine Probleme mit Ochsenfröschen in Deutschland.

Jedes Jahr werden weiterhin über 200’000 Reptilien und Amphibien nach Deutschland aus Drittländern importiert – viele von ihnen werden wegen Überforderung ausgesetzt oder entkommen. Mithilfe von Aufklärung und Bildung der Bevölkerung in Schulen und in den Medien über die negativen Auswirkungen des Imports und der Haltung exotischer Tiere könnte man das Bewusstsein schärfen und die Nachfrage nach diesen Tieren reduzieren, bis ein Handelsverbot in Kraft tritt, schreibt Peta Deutschland. Das Tierschutzproblem beginnt beim Import.

Invasive Ochsenfrösche besiedeln Gewässer in Baden und bedrohen die hiesige Fauna. Jahr für Jahr ziehen Häscher los, fangen Kaulquappen ein und erlegen ausgewachsene Tiere. Die Zahlen schwanken.

Rund 300 Ochsenfrösche sind im vergangenen Jahr in der Region um Karlsruhe geschossen worden, knapp halb so viele wie 2023. «Die Zahlen sind immer sehr stark von den herrschenden Witterungsverhältnissen und den personellen Kapazitäten abhängig», erklärte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe, das die Hobby-Jagd in Auftrag gibt.

Zudem werden Kaulquappen der invasiven Art entnommen. Auch in diesem Jahr würden die Tiere in der etablierten Form bekämpft, teilte die Sprecherin mit.

25 Zentimeter gross

Der Hintergrund ist, dass die eingewanderte Art heimische Lebewesen bedroht. Der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus) frisst im Grunde alles, was ihm vor das Maul kommt: andere Frösche, Fische und auch kleine Vögel. «Er gilt am Oberrhein als gebietsfremde Art und vermehrt sich rasant», heisst es in einem Flyer des Regierungspräsidiums.

Natürliche Feinde wie in seiner Heimat, Krokodile, Alligatoren und Schlangen fehlen hierzulande. So kann er sich ungehindert ausbreiten. Wie Studien belegen, scheitert die Hobby-Jagd als Populationskontrolle bei invasiven Arten.

Die Tiere werden den Angaben zufolge bis zu 25 Zentimeter gross und sind damit deutlich grösser als heimische Frösche. Das geht schon im frühen Stadium los: Die Kaulquappen wachsen auf bis zu 15 Zentimeter an.

Ein Weibchen produziert den Angaben nach bis zu 50’000 Eier beim Ablaichen. Daher vermehren sich die Tiere explosionsartig.

Drei Jahre bis zum Landgang

«Anders als die heimischen Amphibien heftet der Ochsenfrosch seinen Laich nicht an Wasserpflanzen an, sondern gibt diesen ins Freiwasser ab, sodass sich der Laich augenblicklich «zerfranst», in alle Richtungen verteilt wird und daher in den grossen Baggerseen nicht mehr zu detektieren ist», hatte das Umweltministerium einst in einer Antwort auf eine Anfrage erläutert.

Die Entwicklung der Kaulquappen könne in hiesigen Breiten bis zu drei Jahre andauern, heisst es darin. In dieser Zeit verblieben sie bis zum Landgang im Wasser – und überwinterten somit auch in den Gewässern.

Verschleppung nach Ötigheim durch Menschen

Fachleute gehen davon aus, dass die Ochsenfrösche in den 1990er Jahren in Baden-Württemberg ausgesetzt wurden. Die Verbreitung beschränkt sich laut Regierungspräsidium im Grunde auf die Kommunen Eggenstein-Leopoldshafen, Linkenheim-Hochstetten, den nördlichen Stadtkreis Karlsruhe und Dettenheim.

Im vergangenen Jahr hatte die Behörde einen Biotopteich bei Ötigheim (Landkreis Rastatt) auspumpen lassen, um den Kaulquappen des Ochsenfrosches Herr zu werden. Den Erkenntnissen zufolge müssen Menschen die Tiere aus den bekannten Kernbereichen dorthin verschleppt haben. Mehr zur Biodiversität.

Nordamerikanischer Ochsenfrosch in einem Gewässer bei Karlsruhe

«Wir vermuten, dass Personen Kaulquappen oder Jungfrösche aus einem der Baggerseen nördlich von Karlsruhe mitgenommen haben, um diese in den heimischen Gartenteich zu setzen», erklärte die Sprecherin. «Eine selbstständige Ausbreitung der Art bis Ötigheim gab es nicht.»

Auch in diesem Jahr sollte hier kontrolliert werden, um gegebenenfalls Tiere aufzufinden und eine Etablierung der eingewanderten Art zu verhindern. Sollten Gartenteichbesitzerinnen und -besitzer ungewöhnlich grosse Kaulquappen oder Frösche feststellen, sollten sie das Regierungspräsidium informieren.

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