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Jagd

PETA fordert Verbot der Hobby-Jagd

Zum Bundesjägertag 2021 fordert PETA ein Verbot der Hobby-Jagd und grausamer Jagdpraktiken wie Fallen- und Baujagd in Deutschland.

Redaktion Wild beim Wild — 23. September 2021

Morgen findet der alljährliche Bundesjägertag statt.

Anlässlich der Veranstaltung, die in diesem Jahr coronabedingt digital durchgeführt wird, übt PETA Kritik an der Hobby-Jägerschaft. Denn noch immer hält sie selbst an grausamsten Jagdpraktiken fest, etwa der Fallenjagd, der Baujagd oder der Ausbildung von Hunden an lebenden Wildtieren. PETA fordert die Politik auf, in der kommenden Legislaturperiode die Hobby-Jagd sowie die grausamen Jagdpraktiken zu verbieten.

Die Politik hat in der neuen Legislaturperiode die Chance, endlich Verantwortung zu übernehmen. Die Hobby-Jagd verursacht unendlich viel Leid in den Wäldern, auch durch tragische Fehlschüsse auf Menschen. Bei der Baujagd lässt die Hobby-Jägerschaft Füchse und Dachse von Hunden aus ihrem Bau treiben, lauert am Ausgang auf die verängstigten Wildtiere und erschiesst sie.

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA

Töten von Tieren als «Hobby» nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar

Allein in Deutschland töten Menschen, die als «Hobby» jagen, jährlich bis zu eine halbe Million Füchse. Durch häufige Fehlschüsse sterben viele der Tiere langsam und qualvoll oder werden in Totschlagfallen regelrecht zerquetscht. Dabei besteht weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die flächendeckende Bejagung der Beutegreifer.

Den mehr als 390’000 Personen, die in Deutschland in ihrer Freizeit jagen, stehen nur etwa 1’000 Berufsjagende – vor allem Forstbeamtinnen und Forstbeamte – gegenüber. Eine im Auftrag von PETA durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage bestätigt, dass mit 49 Prozent die Mehrheit der Bevölkerung die Hobby-Jagd ebenfalls ablehnt.

Hobby-Jagd nachweislich ungeeignet zur Regulation

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Hobby-Jagd nicht geeignet ist, um Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere beispielsweise in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, wodurch sich die Geburtenrate erhöht. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Hobby-Jagd: Im Wald wohnende Tierpopulationen regulieren sich durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten selbst.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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