Sydney: Anschlag von Jagdclub-Mitgliedern auf Chanukka-Feier
Am Sonntagabend, 14. Dezember 2025, kam es am Bondi Beach in Sydney während einer jüdischen Chanukka-Veranstaltung zu einem bewaffneten Angriff. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 15 Menschen getötet, zahlreiche weitere verletzt, darunter auch Polizisten. Ein Täter wurde am Tatort getötet, ein zweiter befindet sich in Gewahrsam und soll laut Berichten in kritischem Zustand sein.

Laut Reuters dauerte der Angriff rund zehn Minuten, hunderte Menschen flohen in Panik.
Ermittler prüfen ausserdem Hinweise auf mögliche weitere Beteiligte sowie auf Sprengsätze in Tatortnähe. Augenzeugenberichte schildern, wie sich Menschen in nahegelegene Häuser retteten und dort versteckten, nachdem sie die Waffen gesehen hatten. Auf den Aufnahmen ist ein Munitionsgürtel mit Schrotpatronen erkennbar. Was das über Planung oder Absicht aussagt, ist offen.
Offiziell sind die Täter bislang nicht mit vollständigem Namen vorgestellt worden. Die australische ABC berichtet jedoch unter Berufung auf einen anonymen, hochrangigen Behördenvertreter, einer der mutmasslichen Schützen heisse Naveed Akram und stamme aus dem Vorort Bonnyrigg. Demnach wurde sein Wohnhaus durchsucht. Wichtig ist: Diese Identifizierung basiert auf einer Quelle aus Ermittlerkreisen, nicht auf einer formellen öffentlichen Bestätigung der Polizei. Auf der Karte unter dem Führerschein steht offenbar «Zastava Hunting Association», ein Jagdverein in Bonnyrigg, dem Vorort, aus dem der mutmassliche Verdächtige stammt. Keine vier Autominuten von dem Haus des 24-jährigen Maurers. Ein ehemaliger Arbeitskollege beschrieb ihn gegenüber dem «Guardian» als seltsam, aber fleissig, mit Interesse an der Jagd. «Niemand stand ihm nahe», sagte er weiter.
Unsere Vision ist es, die Akzeptanz der Jagd als ehrenwerter Sport in der Gesellschaft zu fördern und die Jagd für alle zugänglich zu machen. – Zastava Hunting Association
Es ist unklar, wie lange Naveed bereits Mitglied des Vereins war.
Jagdwaffen, Jäger, Verantwortung
In der Berichterstattung ist von Langwaffen und davon die Rede, dass Schrotflinten sowie Schrotpatronenhülsen am Tatort gefunden wurden. Solche Waffen werden in vielen Ländern auch als Jagdwaffe geführt. Entscheidend ist: Aus dem Waffentyp lässt sich kein Täterprofil ableiten. Eine Jagdwaffe macht niemanden automatisch zum Jäger. Sie zeigt aber, wie nahe zivile Waffenverfügbarkeit und tödliche Gewalt beieinanderliegen, wenn solche Geräte in falsche Hände geraten oder missbraucht werden.
In sozialen Medien kursieren Behauptungen, einer der Täter habe eine Verbindung zum «Zastava Jagd Verband».
Der Kern des Skandals: Hobby-Jagd als Türöffner für Schusswaffen
Die Behörden bestätigten laut BBC, der ältere Täter habe eine Waffenlizenz der Kategorien A und B besessen, die den Besitz bestimmter Langwaffen erlaubt. Kategorie A und B stehen in New South Wales für verschiedene Typen von Langwaffen, darunter typische Jagdwaffen wie bestimmte Flinten und Repetiergewehre. Genau diese Einordnung ist wichtig, weil sie zeigt: Wir reden nicht über ein «exotisches» Randphänomen, sondern über eine normalisierte Jagdlogik, die Waffenbesitz als Alltagsrecht erscheinen lässt.
Parallel wird auf die Jagdlizenz verwiesen: Auf der Website von Service NSW wird als zulässiger Grund für die Jagd unter anderem «recreation or personal consumption» genannt, also Freizeit oder Eigenversorgung. Das ist keine Randnotiz. Das ist ein politischer Satz. Er bedeutet: Ein Staat kann den privaten Besitz tödlicher Waffen damit legitimieren, dass jemand «in der Freizeit» Tiere töten möchte.
Die Polizei berichtet, dass während des Vorfalls ein 50-jähriger Mann vor Ort starb, nachdem er von Beamten erschossen worden war. Laut dem Polizeichef von New South Wales, Mal Lanyon, war der Vater Sajid Akram seit zehn Jahren im Besitz eines Waffenscheins. Er besass sechs auf ihn registrierte Waffen. Laut Lanyon wurden am Tatort sechs Schusswaffen sichergestellt.
Der andere Schütze – ein 24-jähriger Mann – erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde unter Polizeibegleitung ins Krankenhaus gebracht, fügt die Polizei von New South Wales hinzu.
Hinweis: Dieser Text wird aktualisiert, sobald Polizei oder Gerichte neue, bestätigte Informationen veröffentlichen.
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