Mit Kameras gegen die Tierquälerei in Norddeutschland
Eine grosse Anzahl Hobby-Jäger versammelt sich frühmorgens, dem 18.1.2025, in der Forstverwaltung Graf von der Schulenburg, im Landkreis Gifhorn im Osten Niedersachsens für eine Drückjagd.
Günther Graf von der Schulenburg lud rund 150 Hobby-Jäger zu der gemeinsamen Drückjagd auf Wildtiere im privaten Forst ein und liess sich dies gut bezahlen.
Hobby-Jäger zahlten für einen Jagdtag mehrere hundert Euro.
Auch die Anti-Jagd-Aktivisten von Hunt Watch in Niedersachsen waren vor Ort und dokumentierten das Geschehen von ausserhalb des Jagdgebiets.
Auffällig war, dass dutzende Fahrzeuge aus den Niederlanden und Polen laut den Jagdbeobachtern vor Ort waren.
Ausländische Jagdtouristen helfen scheinbar beim Hegen und Pflegen des niedersächsischen Naturraums.
Die Zahl der aktiven Hobby-Jäger in Gifhorn beträgt rund 2’042. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist damit jeder 86. Jagdscheininhaber (Niedersachsen: jeder 132.; Deutschland: jeder 214.).
Auf der Webseite des Grafen steht, dass im September und Oktober Rot- und Damhirsche während der Brunft bejagt werden, was als nicht waidgerecht klassifiziert werden kann. «Die Vergabe einzelner Abschüsse auf Trophäenträger ist eine weitere Jagdmöglichkeit. Ob Blattzeit, Brunft oder in der Winterzeit, der Einzelansitz ist ein besonderes Erlebnis», werden die Hobby-Jagden beworben. Mehr zu den psychologischen Hintergründen der Hobby-Jagd.
Wer Tiere quält und tötet, gerät automatisch in den Fokus von Hunt Watch.
Tierschützer erstatten Anzeige
Aufgrund von Hinweisen wurde festgestellt, dass im bejagten Revier – einem ausgewiesenen Biosphären-Reservat und UNESCO-Weltkulturerbe – grosse Mengen Futtermittel, vornehmlich Mais und Zuckerrüben, ausgebracht wurden. Dies ist illegal und wurde zur Anzeige gebracht. Ein Fall von Kriminalität im Zusammenhang mit der Hobby-Jagd.
Denn gemäss niedersächsischem Jagdgesetz sind die vor Ort dokumentierten Mengen um weites grösser als gesetzlich erlaubt. Tonnen anstatt kiloweise wurden hier Futtermittel zum Anlocken von Wildtieren in dieses sensible Ökosystem geschüttet. Ausgefahren mit schwerem Gerät, denn anders wäre diese massive Menge an Futtermitteln nicht zu bewältigen gewesen. Festgestellt und beweissichernd dokumentiert wurde die illegale Wildtier-Anfütterung bereits vor der grossen Drückjagd an besagtem Samstag. Der Grund und das erklärte Ziel dieses Naturverbrechens: Die Tötung möglichst vieler Wildtiere im Biosphären-Reservat.
Die Drückjagd wurde abgebrochen
Die Hobby-Jäger wurden am Morgen auf die Drückböcke und Hochsitze verteilt, trotz des dichten Nebels.
Nachdem der Versuch kläglich gescheitert war, die Hunt-Watch-Aktivisten vor Ort mittels der Alarmierung der Polizei von der Drückjagd fernzuhalten, wurde die Hobby-Jagd plötzlich abgebrochen.
Dies, obwohl die herbeigerufene Polizei weder strafbare Handlungen der Aktivisten noch eine andere Form der Jagdstörung feststellen konnte. Die Polizei äusserte Hunt Watch gegenüber, dass sie keinen Grund sehe, diesbezüglich die Durchführung der Hobby-Jagd abzubrechen.
Hobby-Jägerschaft will Dokumentation verhindern
Erneut zeigt sich, dass die Hobby-Jägerschaft um jeden Preis verhindern möchte, dass ihre Gewalttaten gegen unschuldige Tiere dokumentiert und in die Öffentlichkeit gebracht werden.
Als zwei Polizeipatrouillen am Ort des Geschehens eintrafen, bedrängte ein niederländischer Hobby-Jäger mehrere Hunt-Watch-Aktivisten.
Die Einsatzleiterin bewilligte in Rücksprache mit der Polizeidienststelle Gifhorn die Jagdbeobachtung von Hunt Watch. Zwei Einsatzelemente der Polizei wurden zudem zum Schutz bis zum Abschluss der Arbeit von Hunt Watch vor Ort abgestellt.
Hunt Watch konnte dank der guten Arbeit der Polizei die Lage zu jeder Zeit richtig einschätzen und ihre Jagdbeobachtung weiterführen.
Die Arbeit von Hunt Watch ist stets friedlich und vollkommen legal. Jede Ausübung von Straftaten – auch Jagdstörung – wird von Hunt Watch klar abgelehnt. Dennoch versuchen Hobby-Jäger regelmässig, die wichtige Arbeit der Jagdbeobachtungen mit mässigem Erfolg zu kriminalisieren.
Hunt Watch wurde polizeilich noch nie in Verbindung mit Straftaten gebracht. Mehrere Polizeien attestierten Hunt Watch eine stets friedliche und legale Arbeitsweise.
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