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Tierwelt

FIFA soll Strassenhunde in Marokko schützen

Mit Blick auf die Fussball-Weltmeisterschaft in Marokko hat sich der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit der europäischen Dachorganisation Eurogroup for Animals und weiteren Tierschutzorganisationen an den Weltfussballverband FIFA gewandt.

Redaktion Wild beim Wild — 20. Februar 2025

Die Tierschützerinnen und Tierschützer appellieren an die FIFA, sich gegen das von Marokko geplante Töten von Strassenhunden und für eine tierfreundliche Lösung einzusetzen.

Laut Medienberichten plant das afrikanische Land, bis zur WM 2030 bis zu drei Millionen Strassenhunde zu töten, damit sich Besucher des Turniers wohlfühlen.

Kastration statt Massenttötung

«In den fünf Jahren bis zur WM hat Marokko noch genügend Zeit, um die Population der Strassenhunde tiergerecht zu verringern – mithilfe des Konzepts «Fangen, Kastrieren, Freilassen». Wir fordern die FIFA auf, ihren Einfluss zu nutzen, um entsprechenden Druck auf die örtlichen Behörden aufzubauen», sagt Luca Secker, Fachreferentin für Auslandstierschutz beim Deutschen Tierschutzbund. «Millionen Tiere zu töten, wäre grausam und sinnlos.» Ein klares Tierschutzproblem.

In ihrem Schreiben an die FIFA verweist die Eurogroup for Animals, der auch dem Deutschen Tierschutzbund angehört, darauf, dass die Tötung der Strassenhunde kein geeignetes Mittel ist, um die Population langfristig zu verringern. «Der Effekt wäre maximal ein kurzfristiger», erklärt Secker. «Neue Hunde nehmen die Plätze der getöteten Tiere ein, weil Hunde aus angrenzenden Gebieten einwandern und mehr Jungtiere überleben, die den frei gewordenen Lebensraum und Ressourcen wie Futter nutzen können.» Eine Tötung widerspräche zudem dem geltenden Recht in Marokko, welches eigentlich vorsieht, die Tiere zu fangen, zu kastrieren und wieder freizulassen. Wie Studien belegen, scheitert das Töten als Populationskontrolle.

Kastration schützt auch vor Tollwut

Auch mit Blick auf den Seuchenschutz ist die tierfreundliche Methode das Mittel der Wahl, betonen die Tierschützerinnen und Tierschützer: «In einer durch Kastration verringerten, aber stabilen Hundepopulation sinkt das Risiko für Tollwut, da die ansässigen Tiere, wenn sie geimpft werden, dauerhaft zur Herdenimmunität beitragen», so Secker. Dies schütze auch Menschen vor einer Ansteckung.

Hundetötungen hingegen seien mit Blick auf die in Marokko vorkommende Tollwut ineffizient: «Wenn geimpfte Tiere getötet werden und ungeimpfte Tiere nachrücken, wird man der Krankheit nie Herr werden. Sowohl aus Tierschutzsicht als auch aus Seuchenschutzsicht ist es daher essenziell, sich auf die Reduzierung der Geburtenrate und eine gesundheitliche Versorgung der Strassenhunde zu konzentrieren – so wie es Marokko auch in seiner Bewerbung angegeben hatte. Wir gehen davon aus, dass dies auch im Sinne vieler tierlieber Menschen ist, die die WM in Marokko besuchen möchten.»

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