Waldumbau beim Lukmanierpass
Am Lukmanierpass in Graubünden wird der Wald umgebaut. Arven und Lärchen sollen den Schutzwald klimaresilienter machen und die Biodiversität fördern.
Die Arve, auch bekannt als Zirbelkiefer oder Königin der Alpen, ist ein unverwechselbarer Baum, der vor allem in den Alpenregionen Europas vorkommt.
Mit ihrem charakteristischen Aussehen und dem dazugehörigen ökologischen und wirtschaftlichen Wert zieht die Arve sowohl Naturfreunde als auch Forscher an.
Die Arve wächst hauptsächlich in den Bergregionen der Alpen, vom Piemont bis nach Tirol und Salzburg. Sie ist vorwiegend in Höhenlagen zwischen 1’200 und 2’400 Metern verbreitet, wo sie in kühlen, trockenen Klimagebieten gedeiht. Ihre Robustheit macht sie zu einer wichtigen Baumart in diesen rauen Umgebungen.
Die Arve kann bis zu 25 Meter hoch werden und zeichnet sich durch eine gerade, oft sehr hohe Stammbildung aus. Die Nadeln sind in Büscheln von fünf angeordnet und besitzen eine auffallend weiche Textur. Ihre Farbe variiert von Grün bis Blau-Grün. Die Zapfen sind zylindrisch und benötigen zwei bis drei Jahre, um vollständig zu reifen.
Ökologische Bedeutung
Die Arven spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem der Alpen. Sie bietet Lebensraum für zahlreiche Tierarten, darunter Vögel, Insekten und Säugetiere. Ausserdem trägt ihr dichtes Wurzelwerk zur Stabilisierung des Bodens bei und reduziert das Risiko von Erosion in den Gebirgen. Die Biodiversität dieser Ökosysteme ist von grosser Bedeutung.
Wirtschaftliche Nutzung
Die Arve hat eine grosse wirtschaftliche Bedeutung. Ihr Holz ist besonders begehrt, da es leicht, widerstandsfähig und aromatisch ist. Es wird häufig im Möbelbau sowie für den Innenausbau verwendet. Zudem sind die Samen der Arve essbar und werden in der regionalen Küche geschätzt, beispielsweise in Müsli oder Gebäck.
In der alpinen Kultur hat die Arve auch einen symbolischen Stellenwert. Sie steht für Beständigkeit und Widerstandsfähigkeit. In vielen Regionen wird sie als heilig betrachtet, und das Holz findet oft im Handwerk oder bei zeremoniellen Anlässen Verwendung.
Schutzwaldprojekt am Lukmanierpass
Die Pflege von 145 Hektaren Schutzwald, die Anpflanzung junger Bäume auf über 25 Hektaren und die Errichtung temporärer Holzkonstruktionen: Dies sind die wichtigsten Eingriffe, die Teil des Waldbau- und Schutzprojekts entlang der Lukmanierpassstrasse sind. Der Tessiner Staatsrat hat die Botschaft gutgeheissen, sie muss nun dem Grossen Rat vorgelegt werden.
Der von Naturgefahren gefährdete Strassenabschnitt hat nach Angaben des Ministeriums eine Länge von 12,4 Kilometern, davon sind 3,4 Kilometer häufig der Lawinengefahr ausgesetzt. Wenn das Parlament das Projekt annimmt, wird es über einen Zeitraum von 15 Jahren für Holzkonstruktionen und 10 Jahren für forstwirtschaftliche Eingriffe umgesetzt.
Die Finanzierung der Bauarbeiten in Höhe von insgesamt über 14 Millionen Franken wird von der Gemeinde Blenio gefördert und geht zu 80 % an den Kanton und den Bund. Die restlichen 20 % trägt das Durchführungsorgan, das vom Holzverkauf (2 %) und einem Beitrag des Kantons von 15 % für die Strassen profitieren kann. Mehr zum Umwelt- und Naturschutz.
Da sich der Projektperimeter auf einem Gebiet befindet, das im eidgenössischen Inventar der Landschaften, Ortsbilder und Denkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt ist, werden die Schutzstrukturen aus Holz bestehen und einen temporären Charakter haben, mit einer geschätzten Lebensdauer von ca. 40 Jahren. Während dieser Zeit bewahren die Schutzbauten die jungen Bäume vor den Bewegungen der Schneedecke und fördern so eine schnellere Wiederherstellung des Waldes, der künftig und langfristig die Funktion des Schutzes der Strasse vor Naturgefahren übernehmen wird.
In Anbetracht der obigen Ausführungen empfiehlt der Ausschuss für Umwelt, Land und Energie jetzt dem Parlament im Kanton Tessin, die Botschaft Nr. 8439 für Waldbau und Lawinenverbauung in den Schutzwäldern oberhalb der Kantonsstrasse des Lukmanierpasses auf dem Gebiet der Gemeinde Blenio, Abschnitt Olivone.
Weiterführende Artikel
- Wölfe unter Dauerfeuer: Wie die Schweizer Jagdpolitik Wissenschaft und Ethik ignoriert
- Schutzwald: Hobby-Jagd schafft Probleme, die sie vorgibt zu lösen
- Der Wolf ist nicht das Problem – er ist die Lösung
- Waldumbau: Wege zu resilienten Mischwäldern im Angesicht der Jagd
- Waldumbau beim Lukmanierpass
- Jagd ist nicht die Lösung für Waldumbau
- Hobby-Jäger helfen dem Waldumbau nicht
- Der Konflikt zwischen Forstwirtschaft, Jagd und Wildtieren
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →

