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Psychologie & Jagd

Hobby-Jäger auf der Psychoschaukel

Dissertation "Psychologisch-soziologische Unterschiede zwischen Hobbyjägern und Nichtjägern".

Redaktion Wild beim Wild — 25. November 2023

Hobby-Jäger beurteilen sich selbst aggressiver

Primär bestätigte sich die Hypothese, dass Hobby-Jäger sich selbst eindeutig aggressiver beurteilen als Nichtjäger.

Es ist daher anzunehmen, dass Hobby-Jäger mit den geschmälerten Möglichkeiten der Lebensentfaltung unserer Zeit nur schwer zu Rande kommen und die auftretenden Spannungen und Aggressionen mit derart drastischen Methoden zu sublimieren versuchen. Laut Fromm (1971) steht die Summe der zerstörerischen Tendenzen im direkten Verhältnis zur Einschränkung der Möglichkeit expansiven Verhaltens.

Vom behavioristischen Standpunkt aus ist es wahrscheinlich, dass Hobby-Jäger die Hobby-Jagd und damit aggressive Verhaltensweisen im Laufe ihrer Sozialisation positiv erleben. Durch die Freude über den Abschuss und die Anerkennung und Achtung durch andere Gleichgesinnte wird das aggressive Verhalten als lustbetont erlebt.

Jagdleidenschaft als Manifestation aggressiver Verhaltenstendenzen

43,4 % der Hobby-Jäger geben an, aus traditionellen Gründen die Hobby-Jagd auszuüben und 56,12 % sehen diesen Grund zumindest als wichtiges Argument dafür.

Hobby-Jäger und Nichtjäger unterscheiden sich nicht in ihrer Naturverbundenheit. Dies widerspricht der Argumentation der Hobby-Jäger und den allgemeinen Erwartungen.

Zusammenfassend lassen diese Betrachtungen die Annahme zu, dass die hohe Tendenz zu aggressiven Verhaltensweisen das Motiv für die Ausübung der Hobby-Jagd ist, und dass Hobby-Jäger durch ihre internale Attributisierung verstärkt glauben, in das Naturgeschehen eingreifen zu können und dieses manipulieren wollen.

Charakterisierungsversuche der Hobby-Jäger

Die Beliebtheit der Hobby-Jagd steigt ausschliesslich mit der Jagdleidenschaft hoch signifikant, während das Interesse an der Hege und die Freude an der Natur als Gründe für die Jagdausübung in keinem Zusammenhang mit der Beliebtheit der Hobby-Jagd stehen. Mit steigender Aggressivität steigt die Jagdleidenschaft an.

44,15 % aller Hobby-Jäger geben an, unter Umständen bereit zu sein, Wildtieren starke Schmerzen zuzufügen, und 32,8 % aller Hobby-Jäger geben an, in den letzten drei Jahren mehr als 20 Tiere geschossen zu haben.

Trophäen als Siegeszeichen

93 % der Hobby-Jäger geben an, Trophäen zu Hause hängen zu haben. Trophäen sind Waffen des Wildes im Kampf gegen Nebenbuhler. Das ursprünglich griechische Wort bedeutet «Siegeszeichen». Sie sind Sinnbild der Wehrhaftigkeit und Überlegenheit des Hobby-Jägers über das Erlegte.

Es zeigte sich, dass mit steigender Jagdleidenschaft und sinkender Naturverbundenheit die Zeichen und Symbole, die die Zugehörigkeit zum Hobby-Jägerstand demonstrieren, vermehrt getragen werden.

Horst E. Richter versteht die Faszination der Waffen als eine Sublimierung präpupertärer Omnipotenzwünsche und als Ausdruck von ästhetisch verklärten phallischen Grössenphantasien.

Ursula Grohs (* 5. Juli 1958 in Graz) ist eine österreichische Gesundheits- und Kinderpsychologin, die im Jahr 2003 das Psychodynamische Modelltraining (kurz: PDM) entwickelte. Quelle: Psychologisch-Soziologische Unterschiede zwischen Hobbyjägern und Nichtjägern

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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