Was als Tierhaltung beginnt, endet in einer Katastrophe.
Als die Behörden nach jahrelangen Hinweisen endlich einschreiten, werden 120 Hunde noch vor Ort getötet. Ein extremer Fall von Tierverwahrlosung, der zeigt, wie schnell Tiere zu Opfern eines Systems werden, das sie eigentlich schützen sollte.
Genau solche Fälle nimmt sich der neue True-Crime-Podcast «TierCrime mit VanDam» vor. Zwei Juristinnen analysieren darin echte Fälle von Tierquälerei in der Schweiz und legen offen, wo der Tierschutzvollzug versagt.
Tierquälerei in der Schweiz ist kein Einzelfall
Offiziell gilt die Schweiz gerne als Land mit einem fortschrittlichen Tierschutzgesetz. In der Realität jedoch bleiben viele Fälle von Tierquälerei und Tierverwahrlosung lange unentdeckt oder werden zwar gemeldet, aber ungenügend verfolgt. Tiere leiden im Verborgenen, während Verfahren verschleppt werden, Kontrollen ausfallen oder Zuständigkeiten unklar bleiben.
Der Fall Ramiswil ist kein isolierter Ausrutscher, sondern ein Symptom struktureller Probleme im Vollzug des Tierschutzrechts.
Ramiswil: 160 Tiere, 120 tote Hunde
Auf dem Hof in Ramiswil werden über Jahre hinweg Hunde und andere Tiere gehalten, vermehrt, verwahrlost. Hinweise aus der Bevölkerung, Sorgen von Nachbarinnen und Nachbarn, Verdachtsmomente auf Tierquälerei: All das ist vorhanden. Trotzdem dauert es lange, bis die Behörden konsequent eingreifen.
Als es schliesslich zur Intervention kommt, ist es für viele Tiere zu spät. Rund 160 Tiere werden sichergestellt, 120 Hunde werden noch vor Ort eingeschläfert. Was als Einsatz zum Schutz der Tiere gedacht ist, entwickelt sich zur Tragödie, die viele Fragen aufwirft:
- Warum wurden Warnsignale so lange ignoriert?
- Wieso konnten sich die Zustände derart verschlimmern?
- Weshalb mussten so viele Tiere sterben, statt frühzeitig geschützt zu werden?
Wenn Meldungen aus der Bevölkerung ins Leere laufen
Im Podcast «TierCrime mit VanDam» erklären die Juristinnen Dami Kiefer und Vanessa Gerritsen, wie der Fall Ramiswil juristisch einzuordnen ist und wo der Schweizer Tierschutzvollzug konkret versagt hat. Sie zeigen anhand dieses und anderer Fälle, weshalb:
- Meldungen von Privatpersonen werden häufig nicht ernst genug genommen werden
- Informationslücken zwischen verschiedenen Behörden entstehen
- Zuständigkeitsfragen und Ressourcenprobleme dazu führen, dass Tiere weiter leiden
So wird sichtbar, wie ein System, das Tiere schützen soll, sie in der Praxis oft im Stich lässt.
Juristinnen decken Systemfehler im Tierschutzvollzug auf
Der Podcast beschränkt sich nicht auf schockierende Einzelfälle. Dami Kiefer und Vanessa Gerritsen bringen ihre juristische Expertise ein und machen deutlich, wo strukturelle Probleme liegen:
- ungenügende oder verzögerte Kontrollen
- mangelhafte Zusammenarbeit zwischen Polizei, Veterinärämtern und anderen Behörden
- rechtliche Hürden, die konsequentes Eingreifen erschweren
- ein Vollzug, der stark von einzelnen Personen und ihrem Engagement abhängt
Gerade im Fall Ramiswil zeigt sich, wie gefährlich diese Systemfehler für Tiere werden können. Hätten Kontrollen früher und konsequenter stattgefunden, hätten viele der 120 Hunde wohl gerettet werden können.
True Crime für Tiere: Warum dieser Podcast wichtig ist
«TierCrime mit VanDam» erzählt wahre, dokumentierte Fälle von Tierquälerei aus der ganzen Schweiz. Die Spannbreite reicht:
- vom Schicksal einzelner verwahrloster oder ausgesetzter Haustiere
- bis zu grossen Skandalen, in denen Hunderte von Tieren betroffen sind
Der Podcast will nicht nur emotional berühren, sondern auch aufklären. Er zeigt, wie Tierleid entsteht, warum unser System der Kontrolle und des Vollzugs immer wieder versagt und was sich ändern müsste, damit Tiere wirksam geschützt werden.
Themen dieser Folge:
- Behördliches Versagen und Informationslücken
- Systemfehler im Schweizer Tierschutzvollzug
- Die Rolle von Hinweisen aus der Bevölkerung






