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Jagd

Vietnam verbietet Jagd und Handel mit Wildtieren

Vietnam will den Wildtier-Handel beenden: Künftig sind sowohl der Import bedrohter Arten wie Pangoline (Schuppentiere) und Zibetkatzen verboten als auch der Handel auf Wildtier-Märkten.

Redaktion Wild beim Wild — 24. Juli 2020

Vietnam will den Wildtier-Handel beenden: Künftig sind sowohl der Import bedrohter Arten wie Pangoline (Schuppentiere) und Zibetkatzen verboten als auch der Handel auf Wildtier-Märkten.

Regierungschef Nguyen Xuan Phuc habe ein entsprechendes Dekret erlassen, teilten Tierschutzorganisationen in dem südostasiatischen Land mit. «Dies ist das erste Mal, dass die Regierung Dutzende von Ministerien und Behörden mobilisiert hat, um das Problem des Wildtierhandels aktiv anzugehen», schrieb die Umwelt-NGO WildAid.

Umfrage zeigt breite Unterstützung für Handelsverbot

In einer kürzlich von WWF und GlobeScan durchgeführten Umfrage stimmten fast drei Viertel der Menschen in Vietnam zu, dass eine Schliessung von Märkten, auf denen Wildtiere verkauft werden, und die Schliessung illegaler und nicht regulierter Wildtierrestaurants eine Pandemie in Zukunft wirksam verhindern würden. In Vietnam haben 15 Prozent der Befragten jemanden gekauft oder kennen jemanden, der in den letzten 12 Monaten Wildtierprodukte auf einem offenen Wildtiermarkt gekauft hat. Zusammen mit Thailand ist dies das höchste unter allen fünf untersuchten asiatischen Ländern. Diese Käufer kauften hauptsächlich Schildkröten (48 %), Zibetkatzen (28 %), lebende Vögel (23 %) und Schuppentiere (16 %).

Der Handel habe verheerende Auswirkungen gehabt und bereite seit Jahren Sorgen, «so zuletzt, als die Covid-19-Pandemie erneut Hinweise auf die Übertragung von Infektionskrankheiten zwischen Wildtieren und Menschen geliefert hat», sagte WildAid-Experte Hoang Thi Minh Hong. Der illegale Wildtierhandel ist ein globales Problem, das auch in Europa nicht halt macht.

Wirtschaft und Politik ziehen am gleichen Strang

Wirtschaftsführer in Vietnam haben ebenfalls dazu beigetragen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Über 40 CEOs von Vietnams Top-Unternehmen sowie Führungskräfte mehrerer internationaler Handelskammern haben sich verpflichtet, keine Wildtierprodukte zu kaufen, zu konsumieren oder zu verschenken, und die Regierung aufgefordert, den Handel und den Konsum von Wildtieren zu beenden.

Ab sofort sind in Vietnam somit die Einfuhr von Wildtieren und Wildtier-Produkten sowie die Jagd, der Transport, der Verzehr und der Verkauf verboten – und zwar sowohl auf Märkten als auch im Internet. Zahlreiche Umweltorganisationen forderten seit Jahren entsprechende Massnahmen. Der Fall zeigt, dass ein konsequentes Verbot des Wildtierhandels möglich ist, wenn der politische Wille vorhanden ist.

15 Prozent der Vietnamesen hätten in den vergangenen zwölf Monaten selbst Wildtiere gekauft oder würden jemanden kennen, der Wildtierprodukte auf einem Markt erstanden habe, schrieb WildAid unter Berufung auf Umfragen. Zusammen mit Thailand sei das Land am Mekong damit der Spitzenreiter in der Region. Hauptsächlich wurde mit Schildkröten, Zibetkatzen, lebenden Vögeln und Pangolinen gehandelt.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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