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Tierwelt

Video: Was macht der Kanton Tessin gegen die Afrikanische Schweinepest?

Das Tessin überwacht Wildschweine mit GPS-Sendern.

Redaktion Wild beim Wild — 21. Juni 2025

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die bei Schweinen und Wildschweinen auftritt.

Da der Kanton Tessin in der Nähe von Ländern liegt, in denen die ASP bereits verbreitet ist, hat er umfassende Massnahmen ergriffen, um einen Ausbruch im eigenen Gebiet zu verhindern.

Die Schweinepest kann durch die natürliche Wanderbewegung der Wildschweine und ihre gegenseitige Ansteckung oder durch den Menschen eingeschleppt werden, erklärt der Wildhüter Gabriele Cozzi: Wir sind viel beweglicher als Wildschweine. Nur schon, wenn wir beispielsweise durch die Wälder gehen, können wir die Krankheit mit den Schuhen übertragen. Dann spreche man davon, dass die Krankheit springe.

Der Kanton Tessin hat ein kontinuierliches Monitoring-Programm eingeführt, um die Wildschweinpopulation und deren Gesundheit zu überwachen. Dies ermöglicht eine frühzeitige Identifikation möglicher Infektionen.

Veranstaltungen und Informationskampagnen richten sich an Landwirte und Hobby-Jäger, um sie über die Krankheit, ihre Symptome und die notwendigen Massnahmen zur Risikovermeidung zu informieren. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Gefahren der ASP zu schärfen.

Landwirte werden dazu angehalten, strenge Hygienemassnahmen in ihren Betrieben einzuführen. Dazu gehören Desinfektionsprotokolle sowie die Kontrolle von Zugang und Bewegung innerhalb und ausserhalb der Bauernhöfe.

Sollte ein Verdachtsfall auftreten, sind die zuständigen Behörden verpflichtet, schnell zu handeln. Dies umfasst die Isolation der betroffenen Tiere sowie das Einleiten von Tests zur Bestätigung oder Widerlegung einer ASP-Infektion.

Wildschweingehege in der Region unterliegen speziellen Vorschriften, die sicherstellen sollen, dass es zu keinen Interaktionen mit domestizierten Schweinen kommt, die die Krankheit übertragen könnten.

    Koordination mit Nachbarländern

    Der Kanton Tessin arbeitet eng mit den Behörden der angrenzenden Regionen und Nachbarländer zusammen. Regelmässige Treffen und Austausch von Informationen sind wichtig, um mögliche Risiken zu identifizieren und zusammen gegen eine mögliche Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorzugehen.

    Die Tessiner Wildhüter setzen GPS-Tracker ein, um Wildschweine zu überwachen und sich auf die Afrikanische Schweinepest vorzubereiten, die bereits in der Nähe wütet.

    Mit speziellen Halsbändern, die den Wildtieren angelegt werden, können ihre Bewegungen nachverfolgt werden. Bisher sind sechs Wildschweine ausgestattet, und es sollen mehr werden, um Korridore und Bewegungsmuster zu erkennen. Sie liefern den Wildhütern ein Bild darüber, ob die Tiere sich in einzelnen Geländekammern bewegen oder Barrieren wie Strassen, Flüsse und natürliche Hindernisse wie Bergketten überwinden. Zudem erkennen die Wildhüter Korridore, welche die Tiere oft benutzen. Diese Informationen sollen helfen, die Verbreitung der Schweinepest dereinst zu bremsen.

    Diese Informationen helfen, die Verbreitung der Seuche zu kontrollieren und potenzielle Sperrzonen für Menschen einzurichten. Die Schweinepest hat verheerende Auswirkungen auf Wildtierbestände und kann bei einer Infektion zu massiven Verlusten in der Schweinehaltung führen, da betroffene Herden gekeult werden müssen.

    Um die Wildschweinbestände zu reduzieren, werden zusätzliche Jagden durchgeführt, bei denen auch Wärmebildkameras und Lockfütterungen im Wald erlaubt sind.  Von 2015 bis 2023 stieg die Zahl der Abschüsse von 1’114 auf über 2’656 im Jahr 2021.

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