Garnelenzucht: Schockierende Praktiken und Supermärkte
Garnelen gehören zu den beliebtesten Meerestieren in Deutschland: Rund 50'000 Tonnen werden hierzulande jedes Jahr verzehrt.
Hochgerechnet auf das durchschnittliche Gewicht von 20 Gramm pro Tier entspricht das rund 2,5 Milliarden Garnelen, damit verzehren die Deutschen etwa viermal so viele Garnelen wie Hühner.
Eine neue Recherche des International Council for Animal Welfare (ICAW) wirft nun ein Schlaglicht auf gravierende Tierschutzprobleme in der Garnelenproduktion. Dokumentiert wurden Praktiken auf Farmen in Indien, Indonesien und Guatemala. Dort wird Muttertieren häufig ein Auge entfernt, um die Fortpflanzung anzuregen. Ausserdem würden Garnelen vor der Verarbeitung meist lebendig in Eiswasser gelegt, wo sie langsam ersticken oder erfrieren.
Wir wissen heute aus zahlreichen Studien, dass Garnelen und andere Krebstiere empfindungsfähig sind, sagt Dr. Kathrin Herrmann, europäische Fachtierärztin für Tierschutz. Die gängige Methode, Tiere durch Eisbäder bewegungsunfähig zu machen, betäubt sie oft nicht zuverlässig. Das bedeutet einen langsamen, leidvollen Tod. Eine tierschutzgerechte Lösung wäre eine sofort wirksame Betäubung, idealerweise elektrisch.
Betroffene Produkte in deutschen Supermärkten
Nach Angaben des ICAW könnten auch Garnelenprodukte der Aldi-Eigenmarke aus den betroffenen Regionen stammen. Eine begleitende Marktanalyse habe gezeigt, dass auch andere grosse deutsche Supermärkte, darunter Rewe, Garnelen aus diesen Ländern anbieten.
Reaktionen von Kundinnen und Kunden
Vor Ort gezeigte Aufnahmen führten bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu deutlicher Kritik. «Da werden Tieren lebendig die Augen abgeschnitten. Das ist zu 100 Prozent falsch», sagte ein Kunde vor einer Aldi-Filiale in Berlin-Kreuzberg. Eine weitere Passantin forderte: «Aldi muss seine Lieferketten überprüfen und die Herkunft klar kennzeichnen.»
Zwar haben Aldi und Rewe die Problematik jüngst eingeräumt, verbindliche Änderungen lassen jedoch auf sich warten. Nach aktuellem Stand bleibt das Entfernen der Stielaugen von Garnelen bis mindestens 2031 erlaubt. Auch ein mögliches Verbot der Eiswasser-Betäubung ist bisher nicht absehbar.
Forderungen von Tierschutzorganisationen
«Kunden sind schockiert, wenn sie erfahren, dass Garnelen die Augen abgeschnitten werden», sagt Jonas Becker vom International Council for Animal Welfare. «Wir fordern ein Verbot dieser Praktik und eine Garantie für effektive elektrische Betäubung, von Aldi und allen deutschen Supermärkten.»
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