Italien: Bär M90 von Forstbehörden abgeschossen
In der Provinz Trient wurde der als gefährlich eingestufte Bär M90 von Forstbehörden erlegt. Tierschützer kritisieren den Abschuss.
Abschuss in Rekordzeit
In den italienischen Alpen ist ein als gefährlich eingestufter Bär (M90) abgeschossen worden.
Mitarbeiter der Forstbehörden erlegten das zweieinhalb Jahre alte Tier am 6.2.2024 in der Provinz Trient, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Er bewegte sich ihren Angaben nach mit «ausgeprägtem Vertrauen» in der Nähe von Städten. Am 28. Januar war er Wanderern mit einem Abstand von etwa 500 Metern gefolgt, woraufhin das Institut für Naturschutz und Umweltforschung (ISPRA) umgehend seinen Abschuss gefordert hatte.
Peilsender und Ohrmarke bestätigten Identität
Kaum war das Abschussdekret unterschrieben, spürten Förster im Val di Sole den Bär M90 auf. Das Tier trug einen Peilsender am Hals. Eine Ohrmarke bestätigte zudem die Identität. Das Höhere Institut für Umweltschutz und Forschung (ISPRA) hatte sich zuvor ausgesprochen, den M90-Bären so schnell wie möglich zu entfernen. Das Abschussdekret war erst am Vormittag unterzeichnet worden. Auf den Abschuss in Rekordzeit reagieren Tierschützer entsetzt.
120 bis 200 Bären in Italien
Regionalpräsident Maurizio Fugatti erteilte dazu die Genehmigung. Er hatte sich bereits im vergangenen Jahr für eine Begrenzung der Bärenpopulation ausgesprochen, nachdem ein Bär am 7. April einen Jogger auf einem Wanderweg in derselben Region getötet hatte. Die Tierschutzorganisation OIPA verurteilte nach dem Abschuss des Bären eine «blinde und tierfeindliche Politik» der Behörden von Trient.
Die norditalienische Provinz verfolgte mit dem Programm «Life Ursus» zwischen 1996 und 2004 das Ziel, Bären im Norden Italiens wieder heimisch werden zu lassen. 50 Bären sollten sich dort ansiedeln, mittlerweile sind es jedoch viel mehr. Insgesamt leben in Italien, vornehmlich in Trient und in den Abruzzen im Zentrum des Landes, 120 bis 200 Bären.
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