Während in der Lokalpresse die Berichterstattung neutraler und oft positiver ausfällt, zeigen Fachmedien in Deutschland vorwiegend negative Berichte.
Eine Medienanalyse zur Berichterstattung über Wölfe sollte das Thema seiner Abschlussarbeit im Fachbereich Agrarwirtschaft werden.
Tischers Studie, die auf der Methode „Codieren nach Tenor“ basiert, umfasste 84 Printartikel von 2012 bis 2024 aus verschiedenen Quellen. Die Ergebnisse zeigen, dass die wissenschaftliche Perspektive in den Medien oft unterrepräsentiert ist und es an Interesse für Fachinformationen fehlt.
Ein Teil der Ergebnisse überraschte ihn ebenso wie seinen Professor: „Die Fachmedien sind nicht so neutral, wie zu erwarten gewesen wäre. Es gibt durchweg keine positiven Berichte über Wölfe, ein Drittel der Berichterstattung hat einen negativen Tenor“, schildert Luke Tischer. Damit verhalten sich Fachmedien haargenau so wie die Boulevardpresse. Bemerkenswert: Die Lokalpresse berichtet nicht nur deutlich neutraler, sondern im Tenor auch häufiger positiv.
Er plädiert dafür, das Thema auch in den sozialen Medien weiterzudiskutieren, da dort eine massgebliche Meinungsbildung stattfindet.
Die Meinungsbildung wird durch Medien beeinflusst, im Ergebnis hat das auch Einfluss auf die Akzeptanz der Herdenschutzmassnahmen, Konflikte vor Ort, Bestrebungen zum Schutz von Nutztieren einerseits und den Erhalt der Artenvielfalt andererseits und noch vieles mehr.
Umso wichtiger ist ein objektiver Blick auf das Tier, das im kollektiven Gedächtnis insbesondere durch seine angsteinflössende Rolle in Volksmärchen und Überlieferungen vielfach negativ verankert ist.






