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Tierrechte

Zoo Zürich verfüttert Erdmännchen an Hyänen

Der Zoo Zürich hat heute drei Tiere aus der bestehenden Erdmännchen-Gruppe im Zoo entnommen, getötet und an die Hyänen verfüttert. Dies aus Gründen des Artenmanagements.

Redaktion Wild beim Wild — 30. September 2024

Diese Massnahme soll Revierkämpfe und soziale Spannungen innerhalb der Gruppe verhindern, während gleichzeitig Fortpflanzung ermöglicht wird.

Erdmännchen leben in grossen Kolonien im Bau zusammen. Jeder Gruppe steht ein dominantes Paar vor, welches sich in der Regel als einziges fortpflanzt. In der freien Natur dreimal pro Jahr. Jeder Wurf umfasst ein bis fünf Jungtiere. Die Erdmännchen und Erdhörnchen leben friedlich gemeinsam nebeneinander her. Erdmännchen sind Säugetiere und gehören zur Ordnung der Beutegreifer – genauer: in die Familie der Mangusten. Sie sind mit den Mardern verwandt und werden auch Surikate genannt. Die nächsten Verwandten von Erdmännchen sind jedoch die viel grösseren Hyänen.

«Durch die Entnahme der Tiere werden Revierkämpfe und soziale Spannungen vermieden und eine stabile Gruppendynamik aufrechterhalten. Der Zoo Zürich lässt Fortpflanzung zu, weil dies ein Grundbedürfnis aller Tiere ist und essenziell für eine artgerechte Haltung. Und nur so können wir auch unsere Ziele, die wir als moderner Zoo mit der Haltung der Erdmännchen verfolgen, erreichen. Wir wollen unsere Gäste für die Grossartigkeit der Natur begeistern. Und wir wollen Forschung ermöglichen. Denn je mehr wir wissen, desto besser können wir die Natur und Artenvielfalt schützen», erklärt scheinheilig Zoodirektor Severin Dressen.

Die Erdmännchen wurden mit einem Bolzenschuss betäubt, anschliessend erfolgte ein Kehlenschnitt und die Tiere sind ausgeblutet. Die Schweizer Tierschutzverordnung schreibt vor, dass die Tötung eines Tieres grundsätzlich schmerz- und angstfrei erfolgen muss. Ob der Zoodirektor selbst die Tötungen vornimmt, ist nicht bekannt.

Weder Hyänen noch Erdmännchen sind vor dem Aussterben bedroht.

Das Wohlergehen nicht nur aller exotischen Tiere in Zoos ist nach wie vor schlecht, die Auswirkungen auf die Erhaltung wildlebender Tiere sind minimal und diese Einrichtungen haben keinen nennenswerten Einfluss auf das öffentliche Interesse an wildlebenden Exoten und deren Erhalt in Freiheit. Schon gar nicht in der Schweiz, das Land, welches beim Artenschutz ganz am Ende der Liste steht! Im Vergleich ist der Anteil gefährdeter oder ausgestorbener Arten in der Schweiz besonders hoch.

Tierversuche im Zoo

Ganz grundsätzlich sind ein niedriger Tierwohlstandard und eine nicht artgerechte Haltung im Zoo Zürich ein grosses Problem. Dies gilt für alle Tierarten, insbesondere für den Elefanten.

Werden Tierarten-Gruppen im Zoo zu gross, kommt es zu sozialen Spannungen und Konflikten. Dabei werden immer wieder Tiere aus der Gruppe verletzt oder sogar getötet. In der Natur wandern Tiere ab und gründen neue Verbände oder sie fallen Krankheiten sowie Fressfeinden zum Opfer. Diese natürlichen Einflüsse fehlen in Zoos. Darum werden Tiere manipulativ und willkürlich aus der Gruppe entnommen.

Zoos sind nicht so spektakulär. Die Tiere haben in Zoos eine viel schlechtere Lebensqualität als in freier Wildbahn. Aus diesem Grund gibt es viele Stimmen, die Zoos ganz verbieten wollen.

Tiere in Zoos leiden sowohl physisch als auch psychisch. Beispielsweise entwickelten sie besorgniserregende Verhaltensweisen wie «wiederholtes Auf- und Ablaufen, Schwanken und Stangenbeissen». Wer sich als Besucher daran erfreuen kann, ist mindestens verhaltensauffällig.

Die beste Art, eine bedrohte Tierart zu retten oder zu erforschen, ist nicht, sie einzufangen und in einem geschlossenen Raum unterzubringen, sondern ihren natürlichen Lebensraum zu erhalten. Es ist wichtig zu verstehen, dass Tierheime und Auffangstationen Tiere retten, während Zoos Tiere aus Profitgründen ausbeuten.

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