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Kriminalität & Jagd

Tierquälerei mit Schweizer Hilfe

Ein Schweizer Hobby-Jäger aus Baselland, der mit seinen Stöberhunden regelmässig an tierquälerischen Treibjagden im In- und Ausland teilnimmt, wird durch verschiedene Verbände von Jagdgegnern beobachtet und auch von anderen Hobby-Jägern kritisiert.

Redaktion Wild beim Wild — 21. Mai 2025

Am 26. Oktober 2024 wurde im hessischen Wehrheim (D-61273) eine alljährlich stattfindende Drückjagd des Jagdpächters und Investmentbankers Dr. Walter Kuna durchgeführt, die Tierschützer und Jagdgegner bereits seit Längerem im Fokus haben.

Unter anderem auch von Vertretern von Hunt Watch aus der Schweiz.

Für die berechtigterweise kritisierte Hobby-Jagd mit Jagdhunden auf Wildtiere kommt zum wiederholten Male ein Schweizer Hobby-Jäger mit einer grossen Anzahl von Stöberhunden zum Einsatz. Laut der Webseite von Daniel Gerber, geboren 1963, ist er ein Landwirt. Offenbar sind aus dem örtlichen Umland in Hessen derartige Stöberhunde untauglich. Die mehrstündigen Tiertransporte in den engen Boxen können eine regelmässige Qual für die Jagdhunde aus der Schweiz sein. Es ist nicht bekannt, welche Zollübergänge Daniel Gerber jeweils für die langen Fahrten ins Ausland benutzt.

Heckansicht eines Transporters mit Bildern von drei schwarzen Hunden und der Website www.stoeberhunde.ch, umgeben von herbstlichen Bäumen und Laub.

Diese eingesetzten Stöberhunde unterschiedlichster Rassen werden teilweise für die Jagd auf Elche, Tiger und Bären gezüchtet und nicht für kleinere und weniger wehrhafte Wildarten wie Wildschweine und Rehe.

Dennoch werden diese hochläufigen Hunde immer wieder auf Jagden eingesetzt, wobei es zu klaren Situationen kommt, bei denen Wildtiere stark leiden müssen. Unter anderem gibt der betreffende Hobby-Jäger auf seiner Stöberhunde-Webseite selbst stolz Einblick in die tierquälerischen und bei anderen Hobby-Jägern höchst verpönten Praktiken.

Auf den Aufnahmen von Daniel Gerber ist deutlich zu sehen, dass lebende Wildtiere umringt von einer aufgebrachten Hundemeute Todesängste ausstehen müssen. Der Besitzer der Jagdhunde kann das Wildtier oftmals nicht erschiessen, da der Abstand zu seinen Hunden zu gering ist, noch hat er seine Hunde in dem Gefecht unter Kontrolle. Dies, obwohl er sich direkt neben dem schreienden Wildtier befindet, welches unnötigerweise unfassbaren Stress, Angst und Leiden erfahren muss. Tierkämpfe sind sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz laut Tierschutzgesetz strikt verboten.

Anstatt das Tier möglichst umgehend mit einer kalten Waffe (Jägersprache), also einem Messer zu töten, ziehen es Hobby-Jäger offensichtlich vor, völlig unaufgeregt Fotos und Videos der Todeskämpfe zu erstellen, mit denen sie anschliessend auf Webseiten und Social-Media Werbung machen. Hobby-Jäger ergötzen sich immer und immer wieder am Leid eines angeschossenen Wildtiers, welches von ihren Jagdhunden malträtiert wird. Solche Fälle sind keine Ausnahme, sondern die Regel bei Treib- oder Drückjagden.

Auf der Jagd Ende Oktober 2024 im deutschen Bundesland Hessen kam es erneut zu solchen Szenen – beobachtet und dokumentiert von mehreren Jagdgegnern. Die Hunde von Daniel Gerber waren daran beteiligt, als insbesondere ein Wildschwein schwere Qualen und Todesängste ausstehen musste. Dabei stiess das Wildtier mehrfach angsterfüllte Schreilaute aus, welche in mehreren vor Ort erstellten Videos deutlich zu hören sind. Der Todeskampf dauerte mehrere Minuten und bescherte dem betroffenen Wildtier unnötigerweise Schmerzen und Ängste. Deshalb wurde Strafanzeige erstattet. Diese Jagdhunde waren nicht unter Kontrolle, gefährdeten den Strassenverkehr zwischen Wehrheim und Pfaffenwiesbach und tauchten sogar unkontrolliert im Wohngebiet Pfaffenwiesbach auf.

Wagt jemand, in aller Deutlichkeit anzusprechen, was die Hobby-Jäger und ihre Unterstützer wirklich sind – nämlich Tierquäler – ist die Empörung in Jagdkreisen oftmals gross.

Immer wieder flattern dann Anzeigen in die Briefkästen der Jagdgegner, die schliesslich allesamt im Sande verlaufen. Die Taktik dahinter: Einschüchterung. Doch weit gefehlt, denn die Jägerschaft vergisst, dass jede Anzeige gegen Jagdgegner den Fokus auf die Hobby-Jagd weiter schärft. Die tierquälerische Hobby-Jagd bleibt im Gespräch, und die Gesellschaft setzt sich mehr und mehr mit der militanten Jagdszene kritisch auseinander.

Gerade Hobby-Jäger haben stets das Gefühl, im Recht zu sein, wenn sie mit der Wahrheit konfrontiert werden. Doch nur weil so mancher brutale und gewalttätige Übergriff auf Tiere durch sie als legal gewertet wird, heisst es noch lange nicht, dass es sich dabei nicht um Tierquälerei handelt.

Der besagte Baselbieter Hobby-Jäger darf einen Teil seiner Hunde nicht legal in der Schweiz jagen lassen. Daher bewirbt er die Jagd im grenznahen Ausland, wo er alle seine Hunde auf andere Tiere hetzen kann. In der waidmännischen Jagdszene gilt das Verhalten als pervers, erklärt Hunt Watch abschliessend.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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