Die IG Wild beim Wild lehnt Jagdmessen wie die «Hohe Jagd & Fischerei» klar ab, weil sie das Töten von Tieren als Freizeitvergnügen und Kulturgut inszenieren und damit eine Gewaltkultur normalisieren, die mit zeitgemässem Tier‑ und Naturschutz unvereinbar ist.
Statt Messeständen für Waffen, Trophäen und Jagdreisen braucht es Plattformen für echten Wildtierschutz, Bildung, mitfühlende Begegnungen mit Wildtieren und den Ausstieg aus der Hobby‑Jagd. Die Salzburger Jagdlobby inszeniert die Messe «Hohe Jagd & Fischerei» als «Treffpunkt für Leidenschaft, Handwerk und echtes Naturerlebnis», doch hinter dieser jagdlichen Wohlfühl‑Rhetorik steht ein System, das Wildtiere gezielt zum Abschuss produziert und Beutegreifer bekämpft.
Wenn Jägerorganisationen von «Naturverbundenheit», «Verantwortung für Wild und Wald» und «echtem Naturerlebnis» sprechen, verschweigen sie systematisch, dass ihre Praxis in Europa seit Jahrzehnten auf künstlich hochgehaltenen Schalenwildbeständen, intensiver Fütterung, Trophäenkult und der Jagd auf Füchse, Krähen und andere Beutegreifer basiert, also auf Eingriffen, die natürliche Regulierungsmechanismen schwächen und die ökologische Rolle von Beutegreifern delegitimieren.
Hobby‑Jäger präsentieren sich gerne als «Partner der Natur» und «Garant für das Gleichgewicht», während dieselben Verbände politisch gegen streng geschützte Tiere wie Luchs und Wolf mobil machen, Abschussregimes fordern und Feindbild‑Kampagnen gegen Beutegreifer fahren. Die Rede von «Verantwortung gegenüber der Natur» ist in diesem Kontext vor allem Wortklauberei: Sie bemäntelt die Tatsache, dass hier eine Freizeitaktivität mit Schusswaffen zur Normalität erklärt und als «Naturschutz» verkauft wird, während die wissenschaftliche Literatur und praktische Beispiele aus jagdarmen oder jagdfreien Regionen zeigen, dass Wildtierbestände sich ohne Hobby‑Jagd und mit professionellem Wildtiermanagement, Lebensraumschutz und Verkehrslenkung stabilisieren lassen.
Die IG Wild beim Wild ruft Medien und Politik deshalb dazu auf, die PR‑Formeln der Jagdlobby kritisch zu hinterfragen und nicht die Sprache derjenigen zu übernehmen, die aus Wildtieren «Stücke» machen und Beutegreifer zu Problemen umdeuten, nur weil sie ihrer jagdlichen Tradition im Weg stehen.