2. April 2026, 09:46

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Jagdunfälle in der Schweiz

Jagd wird häufig als kontrollierte Tätigkeit dargestellt. «Sicherheit» ist fester Bestandteil der jagdlichen Selbstdarstellung. Gleichzeitig bleibt ein Thema erstaunlich leise: Jagdunfälle. Dabei geht es nicht nur um tragische Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Risiko, das aus einer simplen Tatsache entsteht: Jagd bedeutet Schusswaffen in einer dicht genutzten Landschaft, in der Menschen, Haustiere und Wildtiere denselben Raum teilen.

Die Zahlen der BFU (Beratungsstelle für Unfallverhütung) und der SUVA sprechen eine klare Sprache: Seit dem Jahr 2000 wurden bis 2019 über 75 Menschen bei Jagdunfällen in der Schweiz getötet. Rein rechnerisch passiert alle 29 Stunden ein Jagdunfall – und ungefähr alle dreieinhalb Monate kommt ein Mensch ums Leben. Gleichzeitig ist das tatsächliche Ausmass dieser Zahlen deutlich grösser als die offiziellen Statistiken zeigen. Dieses Dossier macht die Strukturen hinter den Zahlen sichtbar – und erklärt, warum die öffentliche Debatte dazu noch immer aussteht.

Was dich hier erwartet

  • Was die Statistiken zeigen – und was sie verbergen: BFU-Zahlen, SUVA-Daten und die systematische Dunkelziffer in der Schweizer Jagdunfallstatistik.
  • Typische Unfallmuster: Stürze, Schüsse, Verwechslungen: Was die häufigsten Unfallursachen sind – und welche Faktoren das Risiko erhöhen.
  • Bewegungsjagden: Strukturell erhöhtes Risiko: Warum Drück- und Treibjagden besondere Gefahren für Schützinnen und Schützen, Treibende und Unbeteiligte mit sich bringen.
  • Querschläger und Abpraller: Das unterschätzte Risiko im öffentlichen Raum: Was Studien über Abprallverhalten von Gewehrkugeln zeigen – und warum das für die Schweizer Freizeitlandschaft relevant ist.
  • Haustiere im Schussfeld: Fälle, die exemplarisch zeigen, was strukturell schiefläuft: Vom Weimaraner in Sedrun bis zum Herdenschutzhund im Wallis.
  • Nachtjagd und neue Technologien: Wenn Effizienz das Risiko erhöht: Was die Erweiterung jagdlicher Handlungsspielräume für die Sicherheitslage bedeutet.
  • Transparenz und Kontrolle: Wer erfasst was – und wer kontrolliert wen? Die strukturelle Schwäche in der Schweizer Jagdunfallstatistik.
  • Was konsequente Sicherheitspolitik bedeuten würde: Konkrete Mindeststandards, die eine ernsthafte Sicherheitsdiskussion erfordern würden.
  • Argumentarium: Antworten auf die häufigsten Einwände gegen eine unabhängige Sicherheitsdebatte.
  • Quicklinks: Alle relevanten Beiträge, Statistiken und Dossiers.

Was die Statistiken zeigen – und was sie verbergen

Die Datenlage ist eindeutig genug, um Alarm zu schlagen – und gleichzeitig so lückenhaft, dass das volle Ausmass des Problems unsichtbar bleibt. Die BFU-Statistik dokumentiert seit dem Jahr 2000 über 75 Todesopfer durch Jagdunfälle bis 2019. Eine Auswertung der SUVA-Daten für 2006 bis 2015 zeigt jährlich rund 300 anerkannte Unfälle bei der Tätigkeit Hobby-Jagd – mit etwa 2 Todesfällen pro Jahr, rund 2 neuen Invalidenrenten pro Jahr und jährlichen Kosten von rund 3,6 Millionen Franken. Neuere Auswertungen für 2016 bis 2020 bestätigen dieses Bild: weiterhin rund 300 Unfälle pro Jahr, etwa ein Todesfall jährlich, zwei neue Invalidenrenten.

Was diese Statistiken nicht erfassen, ist entscheidend: Die SUVA-Daten beziehen sich ausschliesslich auf obligatorisch unfallversicherte Erwerbstätige. Kinder, Studierende, Hausfrauen und Hausmänner, Selbstständige und – besonders relevant – pensionierte Hobby-Jäger fehlen vollständig. Gerade Letztere stellen einen erheblichen Teil der Personen dar, die aktiv mit Jagdwaffen umgehen. Im Kanton Graubünden ereignen sich besonders viele Jagdunfälle, gefolgt von den Kantonen Tessin, Aargau, Wallis, St. Gallen und Bern. Alle seit dem Jahr 2000 auf der Jagd tödlich verunglückten Personen mit BFU-Eintrag waren in der Schweiz wohnhaft. Die tatsächliche Zahl der Jagdunfälle und Todesfälle liegt deutlich über den offiziellen Zahlen – wie weit darüber, lässt sich ohne zentrale, unabhängige Erfassung nicht sagen. Das ist selbst ein politisches Problem.

Mehr dazu: Schweiz: Statistik tödlicher Jagdunfälle und Jagd und Waffen: Risiken, Unfälle und die Gefahren bewaffneter Hobby-Jäger

Typische Unfallmuster: Stürze, Schüsse, Verwechslungen

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind Schussunfälle nicht die häufigste Todesursache bei Jagdunfällen in der Schweiz. Viel häufiger sind Stürze und Abstürze im unwegsamen Gelände – ausgelöst durch hektische Jagdsituationen, Dunkelheit, schlechte Sicht und Zeitdruck. Das erklärt sich durch die Risikogruppe: Es sind überwiegend ältere Männer, die mit Jagdwaffen und schwerem Ausrüstungsgewicht in anspruchsvollem Gelände unterwegs sind, oft in Situationen, in denen Stress, Gruppendruck und Adrenalin eine Rolle spielen. Fehler haben dort tödliche Konsequenzen.

Schussunfälle folgen typischen Mustern: Verwechslungen von Tier und Ziel, schlechte Sicht, unklare Schussfelder, Fehlkommunikation in Gruppen und impulsives Handeln unter sozialem Druck. Ein aktuelles Beispiel ist der tödliche Jagdunfall von Oulens-sous-Echallens im Kanton Waadt: Ende November 2024 wurde ein 64-jähriger Hobby-Jäger von einem Schuss eines Kollegen getötet, als eine Gruppe versuchte, eine Rotte Wildschweine aus einem Dickicht herauszuschiessen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dieser Fall illustriert ein bekanntes Muster: In Jagdgruppen kann Gruppendynamik die individuelle Vorsicht systematisch senken. Wer in der Gruppe «nichts beitragen» will, handelt eher impulsiv – auf Kosten der Sicherheit.

Mehr dazu: Hochjagd in der Schweiz: Traditionsritual, Gewaltzone und Stresstest und Hobby-Jagd und Kriminalität: Eignungskontrollen, Meldepflichten und Konsequenzen (Mustervorstoss)

Bewegungsjagden: Strukturell erhöhtes Risiko

Drückjagden und Treibjagden sind die jagdliche Unfallform mit dem höchsten strukturellen Risikopotenzial. Mehrere Personen schiessen gleichzeitig, Wildtiere wechseln schnell durchs Gelände, die räumliche Orientierung kann in Sekunden verloren gehen. Jagdleiterinnen und Jagdleiter tragen die Verantwortung für die Anordnung der Schützenstände, müssen Gefährdungsbereiche und Abprallrichtungen aller Standkombinationen kennen und gleichzeitig sicherstellen, dass niemand seinen Stand verlässt.

Die technische Realität verschärft das Problem: Bleifreie Geschosse – die zunehmend eingesetzt werden, weil bleihaltiger Schrot 2030 verboten wird – besitzen nach dem Abprallen gemäss Studien der DEVA 36 Prozent mehr Masse und 28 Prozent höhere Energie als bleihaltige Geschosse. Abpraller von Treibjagdschüssen reichen damit weiter und mit mehr Wirkung als bisher. Auf Fahrbahnen, in Waldböden mit Steinen und an Wegsäumen entstehen systematisch gefährliche Querschläger. Wanderwege, Forststrassen und Freizeitnutzung im Schweizer Wald sind Alltag. Jagd findet also nicht in einem abgeschlossenen Raum statt – sondern dort, wo Menschen unterwegs sind, oft ohne zu wissen, dass eine Drückjagd stattfindet.

Mehr dazu: Verbot von Bewegungsjagden (Mustervorstoss) und Bleimunition und Umweltgifte durch die Hobby-Jagd

Querschläger und Abpraller: Das unterschätzte Risiko im öffentlichen Raum

Selbst regelkonformes Schiessen garantiert keine Sicherheit für Dritte. Kugeln können an Ästen, Steinen, gefrorenem Boden oder Fahrspuren abgelenkt werden. Ein Auftreffwinkel von mindestens 10 Grad auf weichem Erdboden ist nötig, damit ein Geschoss sicher absorbiert wird – bei stehend freihändig schiessendem Jäger entspricht das einer Distanz von nur zehn Metern zum Boden. Bei Drückjagden, wo Wild auf 50 Meter seitlich vorbeizieht, sind flache Auftreffwinkel mit entsprechendem Abprallrisiko die Regel, nicht die Ausnahme.

Die gesellschaftliche Konsequenz ist klar: Solange Jagd – insbesondere Bewegungsjagd – ohne konsequente Sperrung öffentlicher Wege und ohne unabhängige Ankündigung stattfindet, ist das Abprallrisiko strukturell nicht beherrschbar. Wandernde, Bikende und Spaziergängerinnen, die nicht wissen, dass in einem Waldstück eine Drückjagd stattfindet, tragen ein Risiko, das ihnen gegenüber weder kommuniziert noch durch verbindliche Sicherheitsabstände begrenzt wird.

Mehr dazu: Sicherheit der Bevölkerung: Mindestabstände, Sperrzonen, Meldepflicht (Mustervorstoss) und Jagd und Menschenrechte

Haustiere im Schussfeld: Fälle, die exemplarisch zeigen, was schiefläuft

In der Nacht vom 10. Februar 2024 erschoss ein 79-jähriger Hobby-Jäger in Sedrun GR einen angeleinten Weimaraner, den er für einen Fuchs hielt. Der Hobby-Jäger feuerte von seinem Haus aus auf das Tier, das mit seiner Halterin auf der Quartierstrasse spazieren war – nach 23 Uhr, bei schwachem Licht. Der Schütze sah die Halterin und die Leine nicht. Die Reaktion in der Öffentlichkeit war heftig: «Dem Jäger müsste man das Patent entziehen», schrieb 20 Minuten. Die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Graubünden ermitteln.

Dieser Fall steht nicht allein. Im Oktober 2024 erschoss ein Walliser Hobby-Jäger einen Herdenschutzhund, den er für einen Wolf gehalten haben will. Der Hund hatte einen Wert von rund Fr. 8’000.– Ausbildung und Ersatz gehen zulasten der Steuerzahlenden. Ein Vorfall, der exemplarisch zeigt: Fehlabschüsse auf Haustiere und Nutztiere sind keine Einzelfälle. Sie sind das Produkt eines Systems, in dem Verwechslungen strukturell möglich bleiben, weil Altersprüfungen, Sehtest-Anforderungen und technische Mindeststandards für Jagdwaffen nicht mit den Sicherheitsanforderungen einer dicht besiedelten Freizeitlandschaft Schritt halten.

Mehr dazu: Walliser Hobby-Jäger erschiesst Herdenschutzhund statt Wolf und Jagdgesetze und Kontrolle: Warum Selbstaufsicht nicht reicht

Nachtjagd und neue Technologien: Wenn Effizienz das Risiko erhöht

Die revidierte JSV hat Nachtjagd im Wald grundsätzlich verboten – aber gleichzeitig kantonal Ausnahmen für «Schadenverhütung» ermöglicht. Im Kanton Bern sind gezielte Nachtabschüsse in definierten Vollmondperioden bereits Praxis. In der Walliser Wolfsregulierung 2025/2026 ist Nachtjagd auf Wolfsrudel explizit vorgesehen.

Nachtjagd erhöht das Sicherheitsrisiko strukturell: Sichtkontrolle ist eingeschränkt, Tiererkennung wird schwieriger, Wandernde und Erholungssuchende sind nachts ohne Warnzeichen unterwegs. Thermalkameras und Nachtsichtoptik verbessern die Treffsicherheit – aber sie verbessern nicht die Fähigkeit, den Kontext um das Ziel vollständig zu erfassen. Sie erlauben es Hobby-Jägern, in Situationen zu schiessen, in denen frühere Generationen nicht geschossen hätten – nicht weil es sicherer geworden ist, sondern weil die Technik die Hemmschwelle senkt. Je mehr Technik, je mehr Nachtjagd, je mehr «Effizienz» als Ziel, desto wichtiger wird die Frage: Wer setzt die Grenzen – und ist das wirklich eine unabhängige Stelle?

Mehr dazu: Nachtjagd und Jagdtechnologie und Hobby-Jagd startet am Schreibtisch

Transparenz und Kontrolle: Wer erfasst was – und wer kontrolliert wen?

Es gibt bis heute keine vollständige, zentral geführte Statistik über alle Todesfälle und Verletzungen, die direkt oder indirekt mit der Hobby-Jagd in der Schweiz zusammenhängen. JagdSchweiz veröffentlicht ein eigenes Dokument «Zum Thema Jagdunfälle», das sich auf SUVA-Daten stützt – dieselbe Organisation, die für die Interessenvertretung der Hobby-Jagd zuständig ist, kommuniziert also über das Ausmass ihrer eigenen Sicherheitsrisiken. Das ist ein klassischer Interessenkonflikt.

Was fehlt: eine zentrale, von Bund oder Kantonen unabhängig geführte Jagdunfallstatistik, die alle Betroffenengruppen einschliesst – auch Pensionierte, Kinder, Begleitpersonen und Aussenstehende. Was ebenfalls fehlt: eine Meldepflicht für Beinahe-Unfälle, für Abschüsse auf Haustiere und für Vorfälle, die keine strafrechtliche Konsequenz haben, aber ein Sicherheitsproblem markieren. In einem System, in dem die gleichen Akteure, die jagen, gleichzeitig über Regeln und Kontrolle mitbestimmen, entsteht zwingend eine Dunkelziffer. Sicherheit muss unabhängig überprüft werden – nicht innerhalb eines Systems, das sich selbst legitimiert.

Mehr dazu: Jäger-Lobby in der Schweiz: Wie Einfluss funktioniert und Unabhängige Jagdaufsicht: Externe Kontrolle statt Selbstkontrolle (Mustervorstoss)

Was sich ändern müsste

  • Zentrale, unabhängige Jagdunfallstatistik: Geführt durch BFU oder BAFU, mit Pflicht zur Meldung aller Unfälle, Beinahe-Unfälle und Vorfälle mit Dritten – unabhängig von der beruflichen Stellung der Betroffenen. Mustervorstoss: Unabhängige Jagdaufsicht: Externe Kontrolle statt Selbstkontrolle
  • Obligatorischer Sehtest und Reaktionstest: Als Voraussetzung für Patenterneuerung, insbesondere für Hobby-Jäger über 65 Jahren. Analog zu Fahrtauglichkeitstests im Strassenverkehr. Mustervorstoss: Hobby-Jagd und Kriminalität: Eignungskontrollen, Meldepflichten und Konsequenzen
  • Verbindliche öffentliche Ankündigung aller Jagden: Speziell für Drück- und Treibjagden: Pflicht zur Ankündigung in Gemeindeamtsblättern und kantonalen Apps mit Geländeperimeter und Zeitfenster. Mustervorstoss: Sicherheit der Bevölkerung: Mindestabstände, Sperrzonen, Meldepflicht
  • Sperrung von Wanderwegen und Forstwegen: Während Bewegungsjagden ist eine passive Information unzureichend. Aktive Sperrung mit Signalisierungspflicht entspricht dem Standard anderer gefährlicher Tätigkeiten im öffentlichen Raum.
  • Verbot von Nachtjagd in Gebieten mit Freizeitnutzung: Nachtabschüsse ohne vollständige Sicherheitsperimeter und unabhängige Bewilligung sind mit dem Schutz der Allgemeinheit nicht vereinbar.
  • Altersgrenzen und technische Eignungsprüfung: Jagdpatente sollten ab einem definierten Alter periodisch mit unabhängiger Eignungsprüfung erneuert werden – analog zum Strassenverkehr.
  • Unabhängige Unfalluntersuchung: Jeder Jagdunfall mit Drittverletzten oder -getöteten muss von einer unabhängigen Behörde untersucht werden – nicht von der kantonalen Jagdverwaltung, die jagdnahen Akteuren organisatorisch nahesteht. Mustervorstoss: Unabhängige Jagdaufsicht: Externe Kontrolle statt Selbstkontrolle

Argumentarium

«Jagdunfälle sind selten – Statistisch ist Jagd sicherer als viele andere Freizeitaktivitäten.» Rund 300 anerkannte Unfälle pro Jahr in der SUVA-Statistik – plus eine erhebliche Dunkelziffer bei Pensionierten, Kindern und Begleitpersonen, die nicht erfasst werden. Hinzu kommen Unfälle mit Dritten – Wandernden, Haustierhalterinnen –, die in keiner jagdspezifischen Statistik auftauchen. Wer «seltene Unfälle» behauptet, muss erklären, wie er das weiss, wenn die Erfassung systematisch unvollständig ist.

«Hobby-Jäger sind gut ausgebildet und sicher.» In Graubünden wurden in fünf Jahren rund 3’836 Tiere nur angeschossen statt tierschutzkonform erlegt, dazu Ordnungsbussen von über Fr. 700’000.– für widerrechtliche Abschüsse. Ein 79-jähriger Hobby-Jäger in Sedrun erschoss 2024 einen angeleinten Hund, den er für einen Fuchs hielt. Ausbildung und Qualifikation schützen nicht vor strukturellen Risiken, die durch Alterung, Nachtjagd und Bewegungsjagd systematisch zunehmen.

«Unfälle können überall passieren – das ist kein Argument gegen Jagd.» Unfälle können überall passieren, aber nicht überall muss die Allgemeinheit ein System mitfinanzieren und mitakzeptieren, das Schusswaffen ohne vollständige Transparenz in gemeinsam genutzten öffentlichen Räumen einsetzt. Jagd findet nicht im abgeschlossenen Raum statt. Die Allgemeinheit trägt das Restrisiko – und hat deshalb das Recht auf unabhängige Aufsicht, vollständige Statistiken und verbindliche Sicherheitsstandards.

Beiträge auf Wild beim Wild:

Verwandte Dossiers:

Alle 29 Stunden ein Jagdunfall, alle dreieinhalb Monate ein Toter: Das sind keine Einzelfälle, das ist ein strukturelles Risiko, das aus einer simplen Tatsache entsteht: Schusswaffen in einer dicht genutzten Freizeitlandschaft, kontrolliert von einem System, das sich weitgehend selbst überwacht. Die BFU dokumentiert über 75 Todesfälle in zwei Jahrzehnten. Die SUVA erfasst rund 300 Unfälle jährlich, schliesst aber Pensionierte, Kinder und Unbeteiligte aus. Die tatsächliche Zahl kennt niemand, weil niemand sie erhebt. Das ist kein Kontrolldefizit, das ist ein politisches Versäumnis.

Dieses Dossier dokumentiert die Strukturen hinter den Zahlen anhand von BFU- und SUVA-Daten, Fallbeispielen und wissenschaftlichen Studien. Die Informationen werden laufend aktualisiert, wenn neue Unfälle, Urteile oder politische Entwicklungen es erfordern.

Du kennst Jagdunfälle, gefährliche Situationen oder fehlende Sicherheitsinformationen in deiner Region? Schreib uns mit Datum, Ort und Quelle: wildbeimwild.com/kontakt

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.