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Tierwelt

Künftige Chip-Pflicht für Katzen: Ein Schritt zum Tierschutz

Katzenhalter müssen ihre Tiere künftig chippen, so der Bundesrat.

Redaktion Wild beim Wild — 20. Februar 2025

Katzenhalterinnen und -halter sollen ihre Tiere künftig chippen müssen.

Der Bundesrat beantragt eine entsprechende Motion von Nationalrätin Meret Schneider (Grüne/ZH) zur Annahme. Die Behörden sind bereits an der Arbeit.

26 Ratsmitglieder unterstützen die Motion

Nationalrätin Schneider sieht in ihrem Vorstoss eine Pflicht zur elektronischen Identifizierung aller Katzen vor. 26 Ratsmitglieder aus mehreren Fraktionen haben das Anliegen mitunterzeichnet. Mit einer nationalen Registrierungspflicht für Hauskatzen könnten viele existierende Probleme gelöst werden, lautet der Tenor.

Mehr als 10’000 Katzen werden jedes Jahr als vermisst gemeldet. Oft folgt darauf ein monatelanger Aufenthalt im Tierheim, doch das müsste nicht sein. Das Problem liegt auf der Hand und wäre einfach zu lösen: Im Gegensatz zu Hunden existiert nämlich für Katzen keine Registrations- bzw. Chip-Pflicht, obwohl es sich genauso um Heimtiere handelt wie bei Hunden. Die Einführung einer Registrierungspflicht analog zur Gesetzgebung bei Hunden hätte zahlreiche Vorteile – nicht nur der offenkundige, dass die Halterin resp. der Halter einer gechippten und registrierten Katze umgehend kontaktiert werden kann, sobald die Katze gefunden wird. Auch der unseriöse Welpenhandel zeigt, wie wichtig Registrierungspflichten sind.

Der Bundesrat ist gleicher Meinung. Er beantragt die Annahme der Motion. Mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht würde eine wichtige Grundlage für den Tierschutz geschaffen, und gleichzeitig würden Tierhaltende verstärkt in die Verantwortung genommen, begründete die Landesregierung ihren Entscheid.

Zudem würde jede Katze bei der Kennzeichnung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt einen Gesundheitscheck erfahren, so der Bundesrat. Die Tierhaltenden könnten für Gesundheitsthemen – unter anderem Impfen, Entwurmen, Kastrieren – sensibilisiert werden. Schliesslich würde mit einer Chip-Pflicht die Datengrundlage geschaffen, um den Einfluss der Katzen auf die Biodiversität genauer zu untersuchen.

BLV trifft Abklärungen für Chip-Pflicht

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) trifft bereits seit Längerem Abklärungen für eine nationale Chip-Pflicht für Katzen. Dazu steht das Amt im Austausch mit den kantonalen Veterinärdiensten.

100’000 bis 300’000 verwilderte Katzen leben laut dem Verein Katzenfreunde Schweiz hierzulande. Diese leiden demnach darunter, dass sich niemand um sie kümmert. Unter der unkontrollierten Vermehrung der Katzen leiden auch Vögel, Reptilien und Insekten, denen Katzen zum Opfer fallen.

Ende 2019 hatten Bundesrat und Nationalrat auf eine Chip-Pflicht verzichtet. Die Abwägung von Nutzen und Aufwand liess zu diesem Zeitpunkt keine Notwendigkeit für eine verbindliche Einführung erkennen, hiess es damals.

Weiterhin will der Bundesrat von einer Pflicht, Streunerkatzen von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, absehen. Das sei unverhältnismässig, schrieb er.

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