2. April 2026, 07:06

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Kampagnen & Jagd

Schluss mit der Fuchsjagd

Das Töten von Tieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung hat nichts im 21. Jahrhundert zu suchen und sollte auch strafrechtlich geahndet werden.

Redaktion Wild beim Wild — 26. Januar 2023

Um die erbarmungslose Verfolgung eines unserer interessantesten Beutegreifer (Vertreter der Familie der Hunde) zu rechtfertigen, behauptet man kurzerhand, die Fuchsjagd auf der Niederjagd in der Schweiz sei notwendig, weil die Fuchsbestände ansonsten überhandnähmen.

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein «vernünftiger Grund» für das Töten eines Tieres vorliegen. Bei der Hobby-Jagd auf Füchse und Dachse handelt es sich jedoch meist lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Die Hobby-Jagd scheitert als Populationskontrolle.

Demnach ist jede Fuchsjagd ein klarer Verstoss gegen das Tierschutzgesetz, weil es am vernünftigen Grund mangelt. Es gibt seit mehr als 30 Jahren mindestens 18 wildbiologische Studien, die beweisen: Fuchsjagd reguliert nicht und taugt auch zur Seuchenbekämpfung nichts. Im Gegenteil!

Wir fordern daher die schweizerischen Politikerinnen und Politiker auf, das völlig sinnlose Töten dieser wunderbaren Geschöpfe schnellstmöglich zu verbieten. Luxemburg oder der Kanton Genf haben aufgezeigt, dass es keinerlei stichhaltige Argumente für dieses Abschlachten gibt.

Fakten statt Jägerlatein

Auch ohne Jagd habe es nicht plötzlich zu viele Füchse, Hasen oder Vögel. Die Erfahrung zeigt, die Natur kann man sich selbst überlassen. Rein pragmatisch gesehen ist die Niederjagd nicht notwendig.

Heinrich Haller, Ex-Nationalparkdirektor Graubünden und Wildbiologe

Fuchsbestände werden über ein komplexes Sozialsystem reguliert. Füchse leben in Familienverbänden, in denen nur die ranghöchste Füchsin Nachwuchs bekommt. Greift der Mensch jedoch mit Falle und Flinte in die Fuchspopulation ein, werden diese Familiengemeinschaften zerstört. Infolgedessen sind nahezu alle Füchsinnen paarungsbereit, zudem steigt die Zahl der Welpen pro Wurf stark an.

Wir haben beobachtet, dass Fuchsmütter dort, wo man die Tiere jagt, mehr Junge zur Welt bringen. Man kann zwar mit einem Abschuss punktuell eine Entlastung schaffen, doch in Kürze werden die freien Reviere wieder eingenommen. Die Natur reguliert das selbst.

Wildhüter Fabian Kern

Ein einziger Fuchs vertilgt schätzungsweise 3’000 bis 5’000 Mäuse jährlich. Würden nicht so viele Füchse getötet, müssten die Bauern auch nicht so viel Gift auf den Feldern gegen die Mäuseplagen ausbringen.

In der Schweiz schiessen Hobby-Jäger aber jedes Jahr rund 20’000 gesunde Füchse für die Mülltonne. Die Fuchsjagd ist ökologisch, ökonomisch und epidemiologisch sinnlos und muss daher im Sinne von Mensch, Natur und Tierwelt sowie aus Sicht von Ethik, Moral und Tierschutz verboten werden.

Forderungen

Wir fordern die Anerkennung wissenschaftlicher Studien und Expertenmeinungen, welche die Notwendigkeit der Bejagung infrage stellen. Keine Verbreitung von sektiererischen bzw. widerlegten Hobby-Jägerlügen. Das Töten von Tieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung hat nichts im 21. Jahrhundert zu suchen und sollte auch strafrechtlich geahndet werden.

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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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