Jagdkritik wird politisch handlungsfähig: Wild beim Wild veröffentlicht Mustertexte und baut Dossiers aus
Die jagdkritische Plattform wildbeimwild.com stellt ab sofort zwei neue Angebote bereit, die den politischen und fachlichen Zugang zur Hobby-Jagd-Debatte in der Schweiz grundlegend verändern: eine Sammlung von Mustertexten für jagdkritische Vorstösse in Kantonsparlamenten sowie eine wachsende Bibliothek thematischer Dossiers mit Fakten, Studien und Analysen zur Schweizer Jagdpolitik.
Mustertexte: Vom Argumentieren zum Handeln
Wer die Hobby-Jagd in der Schweiz politisch hinterfragen will, steht oft vor einer praktischen Hürde: Wie formuliert man einen parlamentarischen Vorstoss, der rechtlich sauber, fachlich fundiert und politisch wirksam ist? Genau hier setzen die Mustertexte für jagdkritische Vorstösse an. Sie liefern fertig formulierte Motionen, Postulate, Interpellationen und kantonale Volksinitiativen, die Kantonsrätinnen und Kantonsräte direkt übernehmen und an die kantonale Gesetzgebung anpassen können.
Die Sammlung umfasst unter anderem Vorlagen zu folgenden Themen:
- Verbot der Fuchsjagd zu Freizeitzwecken und Ersatz durch eine wissenschaftsbasierte Regelung
- Einschränkung der Ansitzjagd mit Kirrungsverbot, Nachtansitzverbot und Ruhezonen für Wildtiere
- Verbot von Hightech-Jagdmethoden wie Wärmebildkameras, Nachtsichtgeräten und Drohnen
- Befriedung von Privatgrundstücken aus ethischen Gründen
- Kantonale Volksinitiativen «Für professionellen Wildtierschutz» nach dem Vorbild des Kantons Genf, darunter Vorlagen für Zürich und Basel-Stadt
Alle Mustertexte sind so konzipiert, dass sie sich an die jeweilige kantonale Gesetzgebung anpassen lassen. Sie stützen sich auf überprüfbare Quellen, behördliche Daten und aktuelle Forschungsliteratur.
Dossiers: Wissen bündeln, Argumente schärfen
Die Dossier-Sammlung auf wildbeimwild.com bündelt Analysen, Studien und Recherchen zu den zentralen Themen der Schweizer Jagddebatte. Im Unterschied zu Einzelbeiträgen bieten Dossiers einen strukturierten Einstieg in komplexe Zusammenhänge und werden laufend aktualisiert. Die Sammlung wächst kontinuierlich und deckt bereits folgende Schwerpunkte ab:
- Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Hobby-Jagd
- Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz
- Das Murmeltier in der Schweiz: Eiszeitrelikt im Klimastress und Massenabschuss
- Jagd und Biodiversität: Schützt die Hobby-Jagd wirklich die Natur?
Alle Dossiers nennen Quellen, verlinken auf Originaldokumente und trennen klar zwischen belegbaren Aussagen und Einordnungen. Wo die Studienlage nur begrenzt belastbar ist, wird das offen kommuniziert.
Warum diese Werkzeuge jetzt nötig sind
Die Schweizer Jagdpolitik steht unter wachsendem Druck. Die revidierte Jagdverordnung, die am 1. Februar 2025 in Kraft trat, erlaubt die sogenannte proaktive Regulierung von Wolfsrudeln, also Abschüsse bereits vor nachgewiesenem Schaden – ein Bruch mit dem bisherigen Schutzverständnis. Gleichzeitig dokumentiert die Walliser Wolfsbilanz eine Jagdpolitik, die internationale Rechtsstandards zunehmend unterläuft. In Schweden haben Gerichte die geplante Wolfsjagd 2026 gestoppt, weil die Behörden den Artenschutz nicht gewährleisten konnten.
In diesem Kontext braucht die jagdkritische Arbeit mehr als Argumente. Sie braucht politisch einsetzbare Instrumente. Die Mustertexte und Dossiers auf wildbeimwild.com schliessen diese Lücke.
